Mit Fachberatung und Service will DiTech gegen Mitbewerber punkten. Die Expansion verschlang viel Geld.

© APA/DiTech

IT-Händler
10/19/2013

Wachstum fordert Tribut: DiTech sucht Geldgeber

Just vor dem so wichtigen Weihnachtsgeschäft ist die Finanzlage des Unternehmens angespannt. Die Banken werden ungeduldig.

von Anita Staudacher

Hat sich Österreichs schnellstwachsender Händler übernommen? Erst Anfang Oktober eröffnete DiTech in der Shopping City Süd (SCS) seine bislang größte Filiale – ein 700 großer Flagship-Store inklusive Kompetenzzentrum für Gewerbekunden. Ein Projekt, das die Liquidität des Unternehmens voll ausreizte und bei Banken und Lieferanten die Alarmglocken schrillen lässt.

Wegen ausstehender Zahlungen kündigte nun mitten in den Vorbereitungen auf das Weihnachtsgeschäft ein Kreditversicherer bei einem wichtigen IT- Lieferanten den Versicherungsschutz. Der IT-Großhändler steigt auf die Bremse und versorgt DiTech bis auf weiteres nur noch „mit dem Allernötigsten“, wie es auf Anfrage heißt. Zugleich habe man große Hoffnung, dass es dem Händler bald wieder besser gehe. Das Weihnachtsgeschäft ist für Computer-Distributoren immens wichtig und seit dem Niedermeyer-Aus zu Jahresbeginn ist die Marktmacht der Riesen MediaMarkt und Saturn noch gestiegen.

Bankengespräche

DiTech-Gründer und Firmenchef Damian Izdebski gibt gegenüber dem KURIER Finanzierungsprobleme zu, von einer Liquiditätskrise will er aber nicht sprechen: „Wir verhandeln gerade mit den Banken, um nach jahrelangen zweistelligen Wachstumsraten die künftige Finanzierung sicherzustellen.“ Grund für Panik sieht er deshalb nicht, die Banken würden aber „in Zeiten wie diesen“ ganz anders agieren als noch vor einigen Jahren.

DiTech soll deshalb auch intensiv auf der Suche nach Geldgebern sein, ist aus der Branche zu hören. Ein möglicher Investor sei vor kurzem überraschend abgesprungen. Izdebski verweist darauf, dass sich durch die Pleite von Niedermeyer das Umsatzpotenzial vergrößert hat und man – anders als von Kritikern behauptet – rechtzeitig vom reinen PC-Geschäft auf Smartphones und Tablets umgestellt habe.

Das Unternehmen mit fast 300 Mitarbeitern an 22 Standorten steigerte im Vorjahr den Umsatz um 14,3 Prozent auf 120 Millionen Euro und wies einen operativen Gewinn von 216.000 Euro aus. Die Verbindlichkeiten beliefen sich laut Bilanz auf 22,7 Millionen Euro, davon 7,7 Millionen bei Banken.

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