Wirtschaft 10.04.2018

Österreicher Diess soll VW-Chef werden

Herbert Diess ist Markenchef bei VW. © Bild: APA/dpa/Philipp von Ditfurth

Vorstandsvorsitzender Matthias Müller muss gehen. VW-Aktie legt zu.

Laut einem Pressebericht soll VW-Konzernchef Matthias Müller gehen. Müller werde abgelöst, berichtete das "Handelsblatt" ohne Nennung von Quellen. Sein Nachfolger solle Herbert Diess werden, der die Kernmarke VW führt.

Zuvor hatte Volkswagen mitgeteilt, die Führungsspitze umbauen zu wollen. "Dazu könnte auch eine Veränderung im Amt des Vorstandsvorsitzenden gehören", hieß es. Vorstandschef Müller habe seine "grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, an den Veränderungen mitzuwirken". Nähere Angaben dazu machte der Dax-Konzern zunächst nicht.

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Matthias Müller muss seinen Posten als Vorstandsvorsitzender räumen © Bild: AP/Michael Sohn

Aktie legt zu

Insidern zufolge könnte die Entscheidung für Diess schon an diesem Freitag offiziell werden. Dann tage der Aufsichtsrat, der auch über den Konzernumbau beraten werde. Dabei gehe es unter anderem um die Einleitung des Börsengangs für die Lkw-Sparte. Die Familien Porsche und Piech hatten Müller im September 2015 aufs Schild gehoben, als der damalige Konzernchef Martin Winterkorn im Zuge des Dieselbetrugs zurücktreten musste. Der Vertrag des 64-jährigen Müller läuft eigentlich noch bis 2020.

Der bevorstehende Konzernumbau, der nicht nur den Börsengang der Nutzfahrzeug-Sparte Truck & Bus umfassen könnte, trieb die Volkswagen-Aktie am Dienstag an. Die VW-Papiere kletterten um fünf Prozent.

Auslieferungsrekord trotz Dieselkrise

Die Volkswagen-Kernmarke VW Pkw hat bei den weltweiten Auslieferungen das beste erste Quartal ihrer Geschichte erzielt. Insgesamt seien von Jänner bis März mehr als 1,5 Millionen Autos ausgeliefert worden. Das seien 5,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

In Deutschland, wo die Dieselkrise den Absatz im vergangenen Jahr belastet hatte, konnte VW die Verkaufszahlen im Vergleich zum Vorjahresquartal um 7,3 Prozent auf 138.700 Autos steigern. Im Monat März allerdings gab es einen leichten Rückgang um 0,8 Prozent auf 54.400 Autos. Stark war für die Marke rund um Golf, Passat und Tiguan erneut der größte Einzelmarkt China - mit einem Plus von 8,6 Prozent auf 755.700 Autos in den ersten drei Monaten und einem Zuwachs um 6,0 Prozent auf 269.500 Stück im März.

( Agenturen ) Erstellt am 10.04.2018