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Wirtschaft
04/28/2021

Volkshilfe-Umfrage: Knappe Mehrheit will kürzere Arbeitszeiten

Auch breite Mehrheit für höheres Arbeitslosengeld. Gut ein Drittel der Befragten hat Jobsorgen.

Angesichts der hohen Arbeitslosigkeit halten 58 Prozent der Österreicher eine Verkürzung der Arbeitszeit auf 35 Stunden für sinnvoll. Das ergab eine Umfrage des Sora-Instituts im Auftrag der Volkshilfe. Die Zustimmung zur Arbeitszeitverkürzung steigt, ergeben Vergleiche mit früheren Umfragen. Arbeit müsse "neu und sozial gerecht verteilt werden, Menschen eine gesündere Work-Life-Balance ermöglichen und den ökologischen Fußabdruck reduzieren", sagt Volkshilfedirektor Erich Fenninger.

Höhere Nettoersatzrate

Die aktuelle Umfrage, die im März von Sora unter 1.034 Österreicherinnen und Österreichern durchgeführt wurde, ergab auch, dass sich eine breite Mehrheit ein höheres Arbeitslosengeld wünscht. Gut ein Drittel der Befragten machte sich demnach Sorgen um den Arbeitsplatz, nur 28 Prozent hatten diesbezüglich keine Sorgen. 63 Prozent sprachen sich dafür aus, dass das Arbeitslosengeld dauerhaft von derzeit 55 Prozent auf 70 Prozent des Nettoeinkommens erhöht wird.

Dabei wünschten sich 91 Prozent der von Arbeitslosigkeit betroffenen die höhere Nettoersatzrate, bei den Arbeitern waren es 73 Prozent. "Besonders jene, die bereits ihre Erfahrung mit Arbeitslosigkeit gemacht haben, stimmen der Forderung in einem extrem hohen Ausmaß zu. Denn sie wissen, dass man über einen längeren Zeitraum nicht von 55 Prozent des Letzteinkommens leben kann. Daher fordert die Volkshilfe Arbeitsminister Martin Kocher auf, die Nettoersatzrate auf zumindest 70 Prozent zu erhöhen", schreibt Fenninger in einer Aussendung.

Mehr Geld für Sozialberufe

Große Zustimmung ergab die Umfrage auch für andere Verbesserungen. Demnach halten 94 Prozent eine bessere Entlohnung für Gesundheits- und Sozialberufe für "dringend notwendig", 88 Prozent sind für einen Mindestlohn von 1.750 Euro brutto für eine Vollzeitstelle und 85 Prozent sprechen sich für den Ausbau von frauenspezifischen Förderprogrammen aus, um Benachteiligungen abzubauen. Dieser Forderung stimmen 91 Prozent der Frauen und 78 Prozent der Männer zu.

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