Verdächtige Ölmarkt-Transaktionen kurz vor Trumps Iran-Einlenken
Ein ungewöhnlich hohes Handelsvolumen auf Ölmärkten am Montag nährt den Verdacht auf Insider-Geschäfte. Wie die Financial Times berichtet, wurden Kontrakte im Umfang von 580 Millionen Dollar gezeichnet - und zwar nur 15 Minuten, bevor US-Präsident Donald Trump ankündigte, Angriffe auf Irans Energie-Infrastruktur für fünf Tage aussetzen zu lassen. Die Deals betrafen die großen Rohölsorten Brent und WTI gleichermaßen.
"Man muss sich schon wundern"
"Es ist schwierig, eine Kausalität nachzuweisen, aber man muss sich schon wundern, wer zu diesem Zeitpunkt relativ aggressiv Futures verkauft hat, 15 Minuten vor Trumps Posting", sagt ein Marktstratege eines US-Brokers. Trump hatte das Aussetzen der Luftangriffe auf seinem Social Network Truth Social angekündigt. Als Begründung nannte er positive Gespräche mit iranischen Vertretern, die der Iran umgehend dementierte.
Weißes Haus dementiert vehement
Konfrontiert mit dem Vorwurf des Insider-Handels gibt Kush Desai, Sprecher des Weißen Hauses, zu Protokoll: "Der einzige Fokus der Trump-Regierung liegt darauf, was am besten für das amerikanische Volk ist. Das Weiße Haus toleriert keine Verwaltungsbeamten, die illegal von Insiderwissen profitieren. Jede Andeutung ohne Beweise, dass Beamte in solche Aktivitäten verwickelt sind, ist grundlose und unverantwortliche Berichterstattung."
Zweifel unter Profis sind weiterhin vorhanden
Unter professionellen Börsenhändlern herrschen über diese Auffassung große Zweifel. "Mein Bauchgefühl durch das Beobachten von Märkten für die vergangenen 25 Jahre ist, dass das wirklich abnormal ist", sagt ein Händler bei einem großen Hedgefond. "Es ist Montagmorgen, es gibt keine wichtigen Daten, es gibt keine Fed-Sprecher, die etwas sagen. Es ist ein ungewöhnlich großes Geschäft für einen Tag mit keinerlei Risiko eines Vorfalls. Jemand ist gerade sehr viel reicher geworden."
Ein anderer Händler sagt: "Es ist ein größeres Volumen als gewöhnlich zu dieser Zeit des Tages, aber auch nicht unglaublich groß. Ich finde es etwas schwierig, hier die Fäden zu verknüpfen."
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