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Finanzchef
10/15/2018

Verbund hat „Feuerkraft für Milliarden-Investitionen“

Effizienz gesteigert, Schulden abgebaut: Die Aktien-Performance des heimischen Strom-Konzerns ist heuer europaweit spitze.

Die Vorwoche war auch für die Verbund-Aktie schwierig, dem Ausverkauf konnte sich Österreichs halbstaatlicher Stromkonzern (die Republik hält 51 Prozent) nicht entziehen. Auf längere Sicht hat das Papier aber einen erstaunlichen Höhenflug hinter sich. Diese Performance sei „etwas unter dem Radar“ geblieben, findet Finanzchef Peter F. Kollmann. Mit 95 Prozent Plus im laufenden Jahr liege die Börsen-Performance von Verbund europaweit an der Spitze und weltweit unter den Top Drei der Branche. Der Börsenwert des Unternehmens hat sich seit 2016 auf knapp 14 Mrd. Euro verdreifacht.

Zukäufe sind möglich

Die entscheidende Weichenstellung sei 2014 passiert. Damals war die E-Wirtschaft mit vielen Unsicherheiten konfrontiert: fallende Strompreise, unklare Regulierung, die Unwägbarkeiten der Energiewende und Klimapolitik. Verbund habe sich aus Auslandsmärkten wie Italien und Frankreich großteils verabschiedet und die thermischen Kraftwerke umstrukturiert.

Durch Kostensenkung, mehr Effizienz und Investitionsdisziplin sei es gelungen, die Schulden in vier Jahren um 1,5 Mrd. Euro zu senken. Kollmann: „Das hätte uns in einem Umfeld fallender Strompreise und schwächerer Erlöse kaum jemand zugetraut.“ Jetzt sieht sich Verbund in einer komfortablen Position: Anders als noch 2016 habe man jetzt „die Feuerkraft und strategische Flexibilität für Milliardeninvestitionen, ohne unser gutes Rating zu gefährden.“

Damit soll das Kerngeschäft Erneuerbare Energie gestärkt werden – zum einen durch Effizienzsteigerungen bei den bestehenden 128 Kraftwerken. Auch Zukäufe außerhalb Österreichs „könnten ein Thema sein, wenn sie bezüglich Rendite, Risiko und Strategie zum Kerngeschäft passen“, sagt Kollmann. Darüber hinaus würden rund 150 Mio. Euro pro Jahr in die Wasserkraft investiert. Ein riesiges Betätigungsfeld tut sich mit der Erneuerung des Stromnetzes auf. Allein in Österreich würden dafür 2,5 Mrd. Euro auf 10 Jahre benötigt, europaweit spreche man von Hunderten Milliarden.

Die Trennung der einst gemeinsamen Strompreiszone führte dazu, dass es seit 1. Oktober für Deutschland und Österreich getrennte Preise gibt. Aus heutiger Sicht rechnen die Experten mit um rund 3 Euro pro Megawattstunde teurerem Strom in Österreich.

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