Anti-Regierungs-Demonstrationen in Bangkok.

© Reuters/CHAIWAT SUBPRASOM

Außenhandel
03/26/2014

Unruhen in Thailand bremsen die Wirtschaft

Tourismus leidet, Inlandskonsum bricht ein. Auch österreichische Exporte betroffen.

von Anita Staudacher

Die politischen Unruhen in Thailand wirken sich zunehmend negativ auf die Wirtschaft des Landes, insbesondere den Tourismus, aus. „Die Verunsicherung ist groß, niemand weiß derzeit, wie es weitergehen wird“, sagt Gustav Gressel, Österreichs Wirtschaftsdelegierter in Bangkok.

Wegen der politischen Unruhen liegen große Infrastrukturprojekte derzeit auf Eis, im Land wird kaum investiert. Die Folge: Der Inlandskonsum bricht weg, das Wirtschaftswachstum sinkt. Ganz besonders leidet laut Gressel der Tourismus in und um Bangkok, wo die Demonstrationen stattfinden. „Die Hotels in Bangkok waren um Weihnachten nur zu 20 Prozent ausgelastet. “ Die größten Rückgänge gibt es bei den Chinesen, der wichtigsten Touristengruppe für Thailand. Die bekannten Urlaubsstrände des Landes kommen hingegen noch glimpflich davon, auch weil das Militär den Internationale Flughafen Bangkok vor den Unruhen schützt. Die Reiseveranstalter in Europa verzeichnen nur leichte Rückgänge.

Freihandelsabkommen

Auch die Verhandlungen für das geplante Freihandelsabkommen zwischen Thailand und der Europäischen Union (EU) sind derzeit unterbrochen. Thailand macht rund zehn Prozent seines Außenhandels mit der EU. Umgekehrt steht Thailand auf der Listeder wichtigsten Handelspartner der EU auf Platz 24. Das Freihandelsabkommen würde nicht nur Zollschranken beseitigen, sondern auch den Zugang zu anderen Märken in Südostasien erleichtern.

Trotz der aktuell instabilen Lage zeigt sich Gressel optimistisch: "Das Interesse österreichischer Firman an Thailand ist in den letzten Jahren gewaltig gestiegen". Im Unterschied zu Vietnam oder Myanmar gäbe es hier keine große Eintrittsschwelle, weil das Land oft schon als Urlaubsland bekannt sei. Ein Vorteil sei auch, dass die thailändische Wirtschaft stark von der Privatwirtschaft lebe und „die großen Business-Familien haben sich mit beiden politischen Seiten arrangiert“. Österreichs Exporte nach Thailand gingen im Vorjahr wegen der Unruhen von 294 auf 278 Millionen Euro zurück. Der Großteil der Exporte kommt aus den Bereichen Maschinenbau und Anlagen. Insgesamt haben sich rund 100 heimische Betriebe in Thailand niedergelassen, 35 davon mit eigenen Produktionen. Importiert werden aus Thailand vor allem Fahrzeuge, elektronische Geräte sowie Schmuck und Juwelierwaren.

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