56 Milliarden-Dollar-Gebot für Universal Music
Ob Taylor Swift, Billie Eilish, Sido oder Howard Carpendale: Diese Künstler und noch viele mehr stehen bei Universal Music Group (UMG) unter Vertrag. Das Label ist mit rund einem Drittel Marktanteil und mehr als zehn Milliarden Dollar Jahresumsatz das größte Musikunternehmen der Welt. Nun steht ein Eigentümerwechsel an. Die Investmentgesellschaft Pershing Square Capital Management des Milliardärs Bill Ackman hat ein Übernahmeangebot im Wert von 64,31 Milliarden Dollar (55,75 Milliarden Euro) gelegt.
Das Bar- und Aktienangebot bewertet Universal Music mit rund 30,40 Euro pro Aktie – ein Aufschlag von 78 Prozent gegenüber dem letzten Schlusskurs von 17,10 Euro. Die in Amsterdam notierten Aktien stiegen am Dienstag um 12 Prozent.
Aktuell hält der Fonds bereits rund 4,7 Prozent an UMG und ist damit der viertgrößte Aktionär hinter dem französischen Mischkonzern Bolloré Group (18 Prozent), dem Pariser Medienunternehmen Vivendi und dem chinesischen Technologieriesen Tencent. Universal Music war zuvor im alleinigen Besitz von Vivendi.
Der Schritt von Pershing erfolgt, nachdem UMG im März Pläne für eine US-Börsennotierung verschoben hatte und damit von einer Vereinbarung mit Pershing abrückte. Pershing hat nun sein Recht auf ein Übernahmeangebot ausgeübt und argumentiert, dass eine Notierung in New York den Aktienkurs und die Liquidität steigern würde.
Seit dem Börsengang im Jahr 2021 hat die Aktie fast ein Drittel ihres Wertes verloren und wird derzeit mit dem 21,8-Fachen des Gewinns bewertet, verglichen mit etwa dem 40-Fachen bei Spotify.
In einem Brief an den UMG-Verwaltungsrat erklärte Ackman aber auch, das Management habe „hervorragende“ Arbeit geleistet und das Geschäft stark geführt. Ackman war selbst einige Zeit im UMG-Vorstand.
„Das Angebot ist unverbindlich und könnte durchaus scheitern, aber wir glauben, dass es zumindest den Vorteil hat, berechtigte Fragen aufzuwerfen und Argumente für grundlegende Veränderungen zu liefern“, erklärten Analysten der niederländischen Bank ING und fügten hinzu, dass Investoren den Vorschlag sorgfältig prüfen dürften.
Wie andere große Musiklabels wie Sony Music Entertainment und Warner Music Group kämpft UMG darum, im KI-getriebenen Musikmarkt wettbewerbsfähig zu bleiben.
New UMG
Die Pläne von Pershing Square sehen vor, Universal Music mit dem in den USA ansässigen Akquisitionsvehikel SPARC Holdings zu verschmelzen und die daraus entstehende „New UMG“ an die New Yorker Börse zu bringen. Pershing Square rechnet mit einem Abschluss der Übernahme bis zum Jahresende. Schon seit 2024 will Ackman den Firmensitz sowie die Börsennotiz von Amsterdam nach Europa verlegen.
Pershing ist neben Universal Music unter anderen auch an Uber, Amazon und Alphabet beteiligt.
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