Unimarkt-Chef: "Marktanteile sind uns egal"

Lieber profitabel als groß, meint Unimarkt-Chef Andreas Haider
Nach einem verlustreichen Jahr schreibt die Supermarktkette Unimarkt wieder solide Zahlen.

Unimarkt, die ehemalige Schwester der pleite gegangenen Supermarktkette Zielpunkt, ist 2017/’18 tief in die roten Zahlen gerutscht. Im Ende Februar abgeschlossenen Geschäftsjahr 2018/’19 lief es wieder rund – und das soll in Zukunft auch so bleiben, sagt Geschäftsführer Andreas Haider zum KURIER.

4,2 Millionen Euro betrug der Verlust 2017/’18, es handelte sich dabei jedoch um einen Einmaleffekt. Unimarkt hat Schließungskosten für rund zehn Standorte vorweggenommen, und da wird einiges fällig, wie zum Beispiel die Miete bis Vertragsende, erzählt Haider. Bei unprofitablen Standorten zahle sich das jedoch aus.

Sechs Filialen wurden bereits geschlossen, fünf weitere sollen bis 2020 folgen. Dann wird es nur noch 120 Unimarkt-Filialen geben. „Marktanteile sind uns egal. Wichtig ist, dass wir profitabel bleiben“, sagt Haider. Mittelfristig will er dennoch wieder auf 130 Standorte kommen, 2019 wird je einer in Niederösterreich und einer in der Steiermark eröffnet.

Sorgen habe man sich um Unimarkt aber nie machen müssen. „Wir haben eine gute Finanzierung in der Pfeiffer-Gruppe und 30 Prozent Eigenkapital. Wir sind trotz des vorweggenommenen Reorganisationsbudgets kerngesund“, sagt Haider. Strategisch setzt Unimarkt auf Frische, Regionalität und Bio-Produkte, die Anteile dieser Bereiche sollen steigen. Schwieriger als die Sortimentssteuerung ist die Ausrichtung der Vertriebsstruktur. Diese soll in Richtung Franchise umgebaut werden. Allerdings: Verlässliche Partner sind sehr schwer zu finden. Deshalb schielt Haider auf seine Marktleiter.

Unimarkt-Chef: "Marktanteile sind uns egal"

„Wenn sie im Ort wohnen, kennen sie das Umfeld und haben das Ohr direkt am Kunden.“ Die Marktleiter würden daher nicht nur deren Bedürfnisse, sondern auch die lokalen Produzenten kennen. „Deswegen ist die Performance besser“, meint Haider.

Viel Arbeit muss er noch in den Online-Auftritt stecken. Unimarkt sieht sich in Österreich als einer der Pioniere in diesem Bereich. Der Umsatzanteil liegt laut Haider bei etwas über einem Prozent, die Wachstumsraten seien zweistellig, das Minus jedoch noch beträchtlich. „Es hat noch keiner geschafft, das gewinnbringend zu betreiben.“ Das Licht am Ende des Tunnels sei noch weit entfernt, dafür sei eine Fantasie da: Früher hätten Kaufleute ihre Waren bis zur Haustür zugestellt, das wolle man wiederbeleben.

Viele Handgriffe

Das bisher größte Problem ist die Kommissionierung. Stück für Stück müsse alles händisch aus den Regalen geholt werden. Das brauche Zeit und koste Geld. Und Geld werde man mit dem Online-Handel in den nächsten fünf bis zehn Jahren nicht verdienen, glaubt Haider.

Im per Februar zu Ende gegangenen Geschäftsjahr 2018/’19 machte Unimarkt einen Umsatz von 283 Millionen Euro, ein Plus von zwei Prozent. Der Vorsteuergewinn lag bei 1,3 Millionen Euro. Für das neue Geschäftsjahr erwartet Haider wieder zwei Prozent Umsatzplus und einen Gewinn auf Vorjahresniveau.

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