Banker Julius Meinl: Bei 22 Einsprüchen Recht bekommen.

© Meinl Bank

Wirtschaft von innen
10/23/2013

Endlose Geschichte: Julius Meinl und die Gutachter

Das Match zwischen der Meinl Bank und der Staatsanwaltschaft geht in die nächste Runde.

von Andrea Hodoschek

Das Match zwischen Julius Meinl und der Meinl Bank gegen die Gutachter der Staatsanwaltschaft wächst sich zur unendlichen Geschichte aus. Vor Kurzem bestellte die Justiz den Innsbrucker Wirtschaftsprüfer Peter Barenth zum fünften Gutachter. Meinl und die Bank haben die Bestellung prompt beeinsprucht. Mit der Begründung, Barenth habe genau den identen Gutachtensauftrag wie der nach wie vor tätige Martin Geyer, womit gegen das Beschleunigungsgebot verstoßen werde. Tatsächlich ermittelt die Justiz gegen Meinl und seine Manager seit mehr als sechs Jahren. Wegen des Verdachts auf Betrug und Untreue in Zusammenhang mit Meinl European Land.

Mit der Länge des Verfahrens wird’s naturgemäß immer teurer. 1,955 Millionen Euro kosteten bisher die Sachverständigen. Thomas Havranek wurde abberufen und erhielt 600.898 Euro. Fritz Kleiner (456.816 Euro) legte wegen Drucks der Staatsanwaltschaft zurück, Geyer erhielt bereits 360.000 Euro und der IT-Experte Andreas Wruhs knapp 430.000 Euro. Das Strafverfahren kostete die Bank bis heute 16 Millionen Euro, die Zivilverfahren rund 19 Millionen, dazu kommen zirka 31 Millionen für Vergleiche mit Anlegern. Die Staatsanwaltschaft begründet die Bestellung des fünften Gutachters mit dem Umfang des Verfahrens, Barenth und Geyer würden sich die Arbeit nun teilen.

Meinl und die Justiz werfen einander vor, das Verfahren ständig zu verzögern. Meinl erhob 66 Einsprüche wegen Rechtsverletzung, in 22 Fällen bekam er recht, etwa bei der Videoüberwachung der Bank, 23 sind offen. Bank-Chef Peter Weinzierl: „Es kann nicht sein, dass man sich zu Recht gegen die Übergriffe der Staatsanwaltschaft wehrt und einem dafür Verfahrensverzögerung vorgeworfen wird.“

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