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Wirtschaft
06/04/2020

Überfällige Sendungen: Post kämpft nach wie vor mit Berg an Paketen

Überfällige Sendungen sollen voraussichtlich nächste Woche aufgearbeitet sein.

von Kid Möchel, Dominik Schreiber

Die Corona-Erkrankungen von 179 Arbeitern in den Post-Verteilerzentren in Wien-Inzersdorf und Hagenbrunn sind schon längst abgeklungen, dennoch kommt der staatsnahe Versand-Dienstleister mit der Aufarbeitung der Paketflut nicht nach.

"Ich warte seit 16. Mai auf meine Bestellung bei einer Textilkette, die per Post kommen soll. Mir wird auf der Internetseite der Post mitgeteilt, dass das Paket ‘bereits in Verteilung‘ sei", sagt die Wienerin Andrea M.

"Eigenartig ist, dass ich jüngere Bestellungen bereits erhalten habe, ältere Pakete sind anscheinend liegen geblieben.“ Wie der KURIER berichtete, haben die Corona-Krise und das damit verbundene Home Office dazu geführt, dass die Online-Bestellungen in die Höhe geschnellt sind.

So muss die Post derzeit pro Tag 600.000 bis 700.000 Pakete bearbeiten. Das ist eine Flut wie zu Weihnachten. Dazu kam die Covid-19-Quarantäne in den zwei Verteilerzentren. Zwar füllte das Bundesheer zwischenzeitig die akute Personallücke bei der Post, doch dieser Assistenzeinsatz ist mittlerweile nach 14 Tagen beendet.

Und die Altlasten machen der Post ordentlich zu schaffen. „Wir haben immer noch Rückstände in den zwei Verteilerzentren, wo wir die Quarantänefälle hatten. Wir sind dran, dass die Rückstände aufgearbeitet werden, aber es kommen immer neue Mengen dazu“, sagt Post-Sprecher Michael Homola zum KURIER.

Es geht dabei um Altlasten von 200.000 bis 300.000 Pakete pro Tag. „Wir hoffen, dass wir nächste Woche alles aufgearbeitet haben“, fügt Homola hinzu.

Blaue Strafanzeige

Indes kündigt FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl eine Strafanzeige gegen die Vorstände der Post wegen des Verdachts der organisierten Schwarzarbeit an. Kickl behauptet, dass die Post Asylwerber einstelle und so „systematische Umgehungskonstruktionen“ nutzte. die „Asylwerber“ würden nicht wie offiziell als selbstständige Unternehmer bei der Post tätig sein, sondern „vollkommen abhängig sein und somit ohne Beschäftigungsbewilligung“.

Die Post weist die Vorwürfe vehement zurück. „Wir verwehren uns gegen solche haltlosen Unterstellungen“, kontert Homola. „Wir beschäftigen keine Asylwerber. Wir haben strenge Verträge mit unseren Partnerfirmen, welche Arbeiter zum Zug kommen dürfen und welche nicht.“ Selbst die Finanzpolizei habe bei umfangreichen Kontrollen „nur Peanuts“ gefunden.moe

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