Wirtschaft
12.10.2018

Tupperware-Chefin: Sonntags-Brunch statt Tupperparty

Mit Sandra Spies steht erstmals seit 53 Jahren eine Frau an der Spitze der US-Direktvertriebsfirma Tupperware in Österreich.

KURIER: Tupperware ist ein klassisches Frauenbusiness. Warum brauchte es so lange, bis eine Frau endlich Chefin wurde?

Sandra Spies: Gute Frage, die ich selbst auch immer gestellt habe. Wir haben jetzt mit Tricia Stitzel erstmals auch eine Frau ganz oben an der Konzernspitze. Nur Europa hinkt nach...

Was war Ihr erstes Tupperware-Produkt?

Ich bin mit Tupperware aufgewachsen. Die Sandwich-Box, wo mein Bruder die Jause für den Kindergarten mit hatte, gibt’s immer noch.

Wie tupperware-isiert ist Ihr Haushalt?

Habe küchentechnisch fast nur Tupperware.

Die EU will Plastik aus Umweltschutzgründen zurückdrängen. Stört Sie das?

Im Gegenteil. Unsere langlebigen Produkte tragen ja dazu bei, dass weniger Verpackungsmüll anfällt und sie sind recyclebar. Ich habe meine Trinkflasche schon seit Jahren.

Sind Partys noch zeitgemäß?

Ja, der Trend geht hin zum selbst kochen und einfrieren. Für Jüngere kann es auch eine Girls Night oder ein Sonntags-Brunch sein.

Wird es endlich einen Online-Shop geben?

Mal sehen. Wir testen das gerade in Deutschland.
 

Zur Person: Seit zehn Jahren im Unternehmen Sandra Spies (45) startete ihre berufliche Laufbahn mit 19 Jahren und studierte berufsbegleitend Handelswissenschaften an der WU Wien. In ihrer Berufslaufbahn war sie u.a. als CFO bei Cap Gemini Ernst & Young Consulting Österreich und bei bauMax als Leiterin des Konzernrechnungswesens tätig.  2008 kam sie zu Tupperware, wo sie 2014 als Managing Director von Tupperware Nordic in Dänemark die Leitung der skandinavischen  und baltischen Staaten übernahm.

Zum Unternehmen: Die Tupperware Plastic Company wurde 1944 vom US-Chemiker Earl S. Tupper gegründet. Er war einer der ersten Anwender von Polyäthylen im Haushalt. Als erstes Produkt kam 1946 die „Wunderschüssel“ auf den Markt. In Österreich beschäftigt die Tupperware Österreich GmbH rund 30 Mitarbeiter sowie mehrere Tausend selbstständige Beraterinnen. Es gibt 15 Vertriebspartner.