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Nach Reise-Einbruch: Wo die Österreicher heuer Sommerurlaub machen

Das Mittelmeer ist wieder einmal gut gebucht. Nicht überall sind die Urlauber aber auch wirklich willkommen.
Aerial top down view to the famous beach of Psarou on Mykonos island

Der Sommer steht vor der Tür und die Österreicher zieht es ans Meer. „Italien, Kroatien, Griechenland und Spanien – die klassischen Lieblingsziele sind heuer wieder sehr gut gebucht“, berichtet Eva Buzzi, Präsidentin des Österreichischen Reiseverbands (ÖRV), dem KURIER. 

Und das, obwohl es zwischenzeitlich gar nicht gut aussah für die heimischen Reisebüros. Ende Februar, direkt nach dem Kriegsbeginn im Iran habe es wegen der allgemeinen Unsicherheit und teurer Flugtickets (hoher Kerosinpreis) einen regelrechten Einbruch bei den Buchungen gegeben. Dieser traf auch große Reiseveranstalter: Tui verzeichnete etwa für den deutschsprachigen Markt beim Vertrieb der heurigen Sommerreisen einen Rückgang von rund drei  Prozent gegenüber 2025.

Mittelmeerregion, Spanien, Türkei und Ägypten

Nun sehe man eine Trendwende, die Buchungssituation stabilisiert sich. „Die Sorgen der vergangenen Wochen haben sich als unbegründet erwiesen – weder fehlt es an Flugkapazitäten noch an Kerosin“, sagt Tui-Österreich-Chef Gottfried Math. Zu den gefragtesten Pauschalreisezielen würden auch bei Tui Griechenland, Italien und Spanien zählen. Hinzu komme die Türkei sowie Ägypten, das mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis punkte.

Insgesamt sei die Buchungslage noch unter dem Vorjahresniveau, berichtet Gregor Kadanka, Obmann des Fachverbands Reisebüros in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), dem KURIER. Urlauber seien immer öfter spätentschlossen und würden sehr kurzfristig buchen. Das bestätigt auch Daniela Ebeert, Kommunikationschefin bei Dertour: „Die Monate der Unsicherheit seit dem Beginn des Nahostkonflikts haben Spuren hinterlassen.“ 

Eine Frau mit lockigem, blondem Haar und schwarzem Oberteil lächelt und lehnt an einer Holzoberfläche.

Eva Buzzi, Präsidentin des Österreichischen Reiseverbands (ÖRV)

Während Reisebüros aktuell versuchen, über Last-minute-Angebote noch übrige Kapazitäten auszulasten, stößt der Tourismus mancherorts auf richtigen Widerstand. In mehreren spanischen Städten, wie auch auf den Kanaren und Balearen  protestieren Einheimische immer wieder gegen den sogenannten Overtourism (auf Deutsch: Übertourismus).

Massentourismus wird immer mehr zum Problem

Auch auf beliebten griechischen Inseln – etwa Mykonos oder Santorin – wird der Ansturm von Touristen und Ferienhausbesitzern aus dem In- und Ausland zunehmend zum Problem. Im vergangenen Jahr verzeichnete Griechenland Rekordzahlen im Tourismus: Nach Angaben der griechischen Zentralbank waren es fast 38 Millionen Besucher.

Auf einigen Inseln entsteht in der Hochsaison eine höhere Bevölkerungsdichte als im Ballungsraum der Hauptstadt Athen. Das hat Folgen: Vor allem in den Sommermonaten steigen Wasserverbrauch, Strombedarf, Müllaufkommen und Verkehrsprobleme drastisch an. Gleichzeitig wird Wohnraum für Einheimische zunehmend knapp, da immer mehr Wohnungen als Ferienunterkünfte vermietet werden.

Frau mit langen braunen Haaren trägt ein gelbes Jackett und lächelt mit verschränkten Armen vor grauem Hintergrund.

Daniela Ebeert, Kommunikationschefin bei Dertour

Das Problem ist dem Tourismusministerium in Athen bekannt. Schon Anfang Mai hatte die griechische Regierung angekündigt, entschlossener gegen die Folgen des Massentourismus vorzugehen. Geplant sind strengere Bauauflagen für Touristenhochburgen.

Overtourism wird sich in Zukunft verschärfen

Kadanka sieht den Massentourismus als „punktuelles Problem“, das bereits seit geraumer Zeit bestehe. Buzzi geht davon aus, dass sich die Lage in den kommenden Jahren noch deutlich verschärfen könnte: „Overtourism ist eine Herausforderung, die in Zukunft auf viele Destinationen zukommen wird. Es wird wichtiger, dass man die Besucherströme im Auge behält, denn wenn der Tourismus von den Einwohnern nicht mehr gewollt wird, kommen Probleme auf uns zu.“

Bei Dertour versuche man, „die Gästeströme durch ein breites Angebot mitzusteuern“, erzählt Ebeert. Man würde etwa vermehrt sogenannte „Secondary Destinations“ (auf Deutsch: Sekundärdestinationen) anbieten, die weniger populär sind. Als Beispiel nennt sie die griechische Insel Thassis, Albanien oder auch Portugal.

Ruhig dürfte es heuer auch in den USA werden. Dort habe es bei den Buchungen „Einbrüche gegeben“, erzählt Buzzi. Hintergrund sind die politische Lage und verschärfte Einreisebedingungen. Nordamerika war normalerweise vor allem für Rundreisen mit dem Auto sehr beliebt. Wohin die Urlauber stattdessen reisen, sei schwer zu sagen, so Buzzi. Sie beobachtet aber deutliche Zuwächse bei den Kreuzfahrten. Auch Zentralamerika – etwa Mexiko – werde gut nachgefragt.

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