Wirtschaft 19.01.2013

Erstmals mehr als eine Million Gäste aus Asien

Chinesische Touristen haben im Dezember 2012 um 84 Prozent mehr in Österreich ausgegeben als im Vorjahresmonat. © Bild: Reuters/HERWIG PRAMMER

In der neuen Mittelschicht Asiens grassiert das Reisefieber.

Die steigenden Einkommen in den aufstrebenden Ländern Asiens freut auch die Hoteliers und Händler in Österreich. In der neuen Mittelschicht grassiert das Reisefieber – und immer öfter führt die Reise auch nach Österreich. „Im Vorjahr hatten wir erstmals mehr als eine Million Ankünfte und mehr als zwei Millionen Nächtigungen aus dem asiatischen Raum“, zieht Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner Bilanz. Damit kamen 2012 um ein Viertel mehr asiatische Gäste als im Jahr zuvor. Im Zweijahresvergleich weist die Statistik sogar ein Plus von 60 Prozent aus.

Luxussegment

Die größte Gruppe der asiatischen Touristen macht in Wien, Salzburg oder Innsbruck halt. Nicht zuletzt, um bei Juwelieren oder in Nobelboutiquen einzukaufen. Laut den Zahlen des Mehrwertsteuerrückvergüters Global Blue haben chinesische Touristen im Dezember 2012 um 84 Prozent mehr in Österreich ausgegeben als im Vorjahresmonat. Nur bei Russen saß das Geldbörsel noch lockerer. Zwei von drei Asiaten steigen in 4- oder 5-Stern-Betrieben ab. Allerdings meist nur für zwei Nächte – ein Zwischenstopp auf der Europatour.

Das Tourismusland Österreich weist in keiner anderen Region der Welt so hohe Zuwachsraten aus. Dennoch spielen Chinesen, Japaner, Araber oder Südkoreaner im Ranking der wichtigsten Urlaubsnationen nur eine untergeordnete Rolle. Nur knapp fünf Prozent der Österreich-Urlauber reisen aus dem asiatischen Raum an.

„Binnen fünf Jahren könnte sich ihr Anteil an den ausländischen Gästenächtigungen aber verdoppeln“, so das Ziel von Klaus Ehrenbrandtner, der in der Österreich Werbung für die Region zuständig ist. Die volkswirtschaftlichen Zeichen stehen jedenfalls auf Grün. Bis 2016 soll das Bruttoinlandsprodukt Chinas jenes der EU und bis 2017 jenes der USA überholt haben. Die Zahl jener, die sich eine Reise leisten, wird überproportional steigen.

Erstellt am 19.01.2013