Tojners Asta Energy will mit Börsegang 190 Mio. Euro erlösen
In den nächsten fünf Jahren sind Investitionen in die europäischen Stromnetze von rund 580 Milliarden Euro notwendig. Global soll sich die Netzinfrastruktur bis 2050 verdreifachen. „ Es gibt einen historischen Energiewandel. Und wir unterstützen die Elektrifizierung der Welt“, sagt Karl Schäcke. Er ist seit 2023 Vorstandschef von Asta Energy. Der im niederösterreichischen Oed beheimatete Konzern produziert Kupferkomponenten für Generatoren, Transformatoren und neuerdings auch für E-Loks und E-Autos. Zu den wichtigsten Kunden zählen Siemens Energy, Hitachi Energy, GE Vernova und Andritz.
Der Umsatz betrug im Vorjahr 680 Millionen Euro. Schäcke will ihn auf mehr als eine Milliarde Euro nach oben treiben. Gelingen soll dies nicht nur dank des generellen Marktwachstums je nach Segment zwischen 5,4 und 10 Prozent. Sondern auch mit einer weiteren Expansion, die über einen Börsegang finanziert werden soll.
Das 210 Jahre alte Unternehmen mit insgesamt 1.400 Mitarbeitern, davon 370 in Oed, ist bereits mit Werken in Bosnien, Brasilien, Indien und China vertreten. Diese sollen weiter ausgebaut werden. „Asta ist im Herz der Energiewende“, so Schäcke.
Expansion
Laut Finanzchefin Daniela Klauser soll mit dem Börsegang insgesamt 190 Millionen Euro erlöst werden, davon 125 Millionen Euro aus einer Kapitalerhöhung. 60 Prozent aller Mittel sollen in die Expansion und weitere 20 Prozent ins Eigenkapital fließen. Die restlichen 20 Prozent sind für die Rückzahlung von Darlehen vorgesehen. „Wir haben ein sehr risikofreies Betriebsmodell“, sagt Klauser. So könnten steigende Rohstoffpreise konsequent an die Kunden weitergegeben werden. Das Vorsteuerergebnis (EBITDA) hat im Vorjahr rund 46 Millionen Euro betragen, ein Anstieg von circa 30 Prozent. Die EBITDA-Marge liegt bei 25 Prozent.
Aktuell hält der Industrielle Michael Tojner über zwei Investmentgesellschaften sämtliche Anteile. Er wird auch nach dem Börsegang mehr als 50 Prozent besitzen. Siemens Energy hat sich laut Klauser verpflichtet, Aktien in Höhe von 25 Mio. Euro zu erwerben. Darüber hinaus kaufen drei institutionelle Investoren (BNP Paribas, Invesco, WCM) Aktien im Wert von 55 Mio. Euro.
Im Aufsichtsrat der Asta sitzt seit der Vorwoche Ex-SPÖ-Kanzler Christian Kern sowie Johannes Linden, Co-CEO der Pfisterer Holding SE. Dass der Börsegang nicht in Wien, sondern in Frankfurt erfolgen wird (im ersten Quartal), begründet Schäcke damit, dass Siemens Energy und Pfisterer dort gelistet sind. „Das Interesse ist in Frankfurt gebündelt.“
Tojner hat mit seiner Batteriefirma Varta an der Börse bereits schlechte Erfahrungen gemacht und musste einen Rückzug machen, was bei Investoren zu teils hohen Verlusten führte. Schäcke glaubt nicht, dass sich dies negativ auf den Börsegang auswirken wird. „Das sind komplett unterschiedliche Industriezweige.“ Auch wenn sich der Neuzugang vor allem an institutionelle Investoren richte, geht er von genügend Streubesitz aus.
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