DAX-Kurve.

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Wirtschaft
06/30/2022

Tiefrote Halbjahresbilanz an Europas Leitbörsen

Deutscher DAX büßt in sechs Monaten fast 20 Prozent ein. Euro-Stoxx-50 mit Halbjahresverlust von fast 17 Prozent.

Die europäischen Leitbörsen sind am Donnerstag deutlich tiefer aus dem Handel gegangen. Mit den jüngsten Abgaben verbuchten die Börsen eines der schwächsten ersten Halbjahre seit Jahren. Der Euro-Stoxx-50 fiel um 1,69 Prozent auf 3.454,86 Zähler und rutschte damit laut US-Informationsdienst CNBC seit dem Jahresbeginn in Summe um fast 17 Prozent ab.

Der DAX in Frankfurt schloss mit 12.783,77 Punkten und minus 1,69 Prozent. Mit einem Verlust von fast 20 Prozent absolvierte der deutsche Leitindex eine ernüchternde Bilanz für die erste Jahreshälfte. Der FTSE-100 der Börse London gab am Berichtstag um 1,96 Prozent ab und steht nun bei 7.169,28 Stellen.

Verluste ausgeweitet

Die verstärkten Inflations- und Zinssorgen lasteten nach Einschätzung der Helaba-Analysten merklich auf den Aktienmärkten und die Vortagesverluste wurden ausgeweitet. Andere Experten verwiesen auf Ängste vor einer möglichen Rezession aufgrund der steigenden Leitzinsen in den USA und anderen Ländern.

Fallende Messer

"Kein Anleger will derzeit in das berühmte fallende Messer greifen und vor dem Sommer noch größere Positionen aufbauen", beschrieb Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Broker RoboMarktes das Marktgeschehen. "Andere wiederum werfen das Handtuch und sichern sich die letzten Gewinne, die aus der Corona-Rally noch übrig sind."

Autowerte verzeichneten erneut deutliche Verluste. Bereits am Vortag war der Sektor unter Druck gekommen. Neben Konjunktursorgen hatte dem Sektor am Vortag die Nachricht zugesetzt, wonach in der Europäischen Union ab 2035 nur noch klimaneutrale Neuwagen verkauft werden sollen. Renault büßten nach den Abgaben am Vortag weitere 2,6 Prozent ein. Volkswagen bremsten um 5,2 Prozent. Mercedes Benz sanken um 4,1 Prozent.

Technologiewerte vermochten sich nach schwachen Vorgaben aus Asien dem Abwärtssog nicht zu entziehen. Beim Schwergewicht ASML (minus zwei Prozent) nahmen Anleger Gewinne mit. Die Aktie notiert trotz deutlicher Abgaben in diesem Jahr noch immer mehr als doppelt so hoch wie beim Corona-Tief 2020. Eine skeptische Studie von Exane BNP setzte zudem SAP zu. Die Aktie des Softwarekonzerns büßte 3,6 Prozent ein.

 

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