In Top-Lagen, wie in der Wiener Innenstadt, setzt der Konzern verstärkt auf eigene Läden.

© REUTERS/ARND WIEGMANN

Swatch
08/31/2014

Nobelläden in City und mehr Plastik an der Wall Street

Top-Manager tragen neuerdings Plastik-Modelle. Swatch macht gute Geschäfte und baut Edelmarken eigene Läden.

von Simone Hoepke

Quietschbuntes Plastik statt glänzendem Gold: Das scheint an der Wall Street in Mode zu kommen. Also ausgerechnet dort, wo Nobeluhren seit jeher zu den Statussymbolen gehören. Top-Manager wie Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein oder Blackstone-Boss Stephen Schwarzman tragen neuerdings Plastikuhren in der Preisklasse von 60 Euro. Das US-Wirtschaftsmagazin Fortune macht auch Politiker wie Tony Blair oder Francois Hollande als Swatch-Träger aus.

Aus dem Schweizer Swatch-Konzern heißt es, dass die Top-Manager und Spitzen-Politiker nicht als Werbeträger engagiert wurden. Die Swatch sei "ein Symbol für die industrielle Revolution, für unternehmerische Leistung, Innovation", meint eine Sprecherin.

Stars zum Glänzen

Bei den Nobelmarken der Swatch-Group wurde freilich immer wieder mit Testimonials gearbeitet. So haben unter anderem die Schauspieler George Clooney oder Nicole Kidman für Omega geworben. Neben Omega gehören auch edle Marken wie Breguet, Tissot, Glashütte und Longines zum größten Uhrenkonzern der Welt. Swatch hat allein im ersten Halbjahr diesen Jahres 4,347 Milliarden Franken umgesetzt – ein Plus von vier Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Gewinn fiel dagegen mit 680 Millionen Franken (560 Millionen Euro) um 11,5 Prozent niedriger aus. Hauptgrund dafür waren der starke Schweizer Franken, aber auch die hohen Marketingkosten für die Olympischen Spiele in Sotschi.

"Wir klopfen auf Holz, bis Mitte des Jahres sind die Geschäfte nicht schlecht gelaufen", sagt Helmut Saller, Österreich-Chef von Swatch. Er ist Anfang des Jahres dem langjährigen Österreich-Manager Rudi Semrad nachgefolgt, der sich in die Pension verabschiedet hat. Die Konkurrenz von Online-Händlern halte sich in Grenzen, zumindest bei günstigeren Modellen, meint Saller. Nachsatz: "Bei Uhren um 700 Euro und darüber wird aber auch im Internet geschaut."

In Top-Lagen, wie in der Wiener Innenstadt, setzt der Konzern verstärkt auf eigene Läden. Saller: "Juweliere orientieren sich nach oben." Soll heißen: Sie legen lieber teure Stücke in ihre Auslagen, weil sie beim Verkauf dieser auch mehr verdienen als mit billigeren Exemplaren. Den Uhrenhersteller bringt das unter Zugzwang. Vor allem in Top-Einkaufsmeilen, in denen aus Unternehmersicht Uhren für jede Einkommensklasse verfügbar sein sollten. Saller: "Wir sind daher zu eigenen Shops gezwungen." So wurde zum Beispiel im Frühjahr 2012 ein Omega-Flagshipstore in unmittelbarer Nähe zum Stephansdom eröffnet. Weitere eigene Standorte in Österreich sind geplant. Wie viele, will Saller aber noch nicht verraten.

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