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Wirtschaft
11/03/2019

Studie: 5G muss absolute Priorität haben

5G und Breitband. Durch den flächendeckenden Ausbau könnte die Wirtschaftsleistung kräftig steigen

von Thomas Pressberger

Der Österreichische Infrastrukturreport 2020 der Initiative Future Business Austria dreht sich vor allem um ein Thema: 5G und Breitband. „Viele reden über 5G, aber kaum jemand weiß, wofür man es wirklich braucht“, sagt David Ungar-Klein, einer der Autoren des Reports.

Smarte Zukunft

Denn 5G sei nicht nur eine Weiterentwicklung eines Mobilfunkstandards wie GSM oder UMTS, sondern viel mehr: Erst durch 5G und Breitband werden autonomes Fahren, E-Health, Smart Cities, künstliche Intelligenz oder das Internet der Dinge möglich. Diese Technologie stehe als sogenannte Meta-Infrastruktur im Zentrum, von der andere Infrastrukturelemente wie Straße oder Schiene abhängig sind und von ihr gesteuert werden.

5G und Breitband, aber auch Energietechnologien, die sie mit Strom versorgen, müssten künftig absolute Priorität haben, heißt es im Report. Bei den Unternehmern ist das schon angekommen. Ungar-Klein hat 240 Manager aus Unternehmen mit mehr als hundert Mitarbeitern befragt und 89 Prozent sehen diese Bereiche als die wichtigsten an.

Zögerliche Politik

Die Politik agiere dagegen noch zu zögerlich, meint Ungar-Klein. Wenn sie sich nicht bald und umfangreich damit auseinandersetze, falle der Wirtschaftsstandort Österreich zurück. Vor rund zehn Jahren sahen das 30 Prozent der Befragten so, heute sind es 80 Prozent.

Kosten auf zehn Milliarden geschätzt

Die Autoren des Reports haben dazu eine Modellrechnung gemacht. Die Kosten des flächendeckenden Ausbaus mit 5G und Breitband in Österreich werden auf zehn Milliarden Euro geschätzt. Dadurch würde im Gegenzug die Bruttowertschöpfung um 15,2 Prozent steigen. Mit anderen Worten: Das österreichische Bruttoinlandsprodukt (BIP) wäre jährlich um 58,7 Milliarden Euro höher. „Für eine einmalige Investition von zehn Milliarden Euro bekomme ich jährlich fast 60 Milliarden Euro mehr. Das muss man sich einmal vorstellen“, sagt Ungar-Klein.

Und trotzdem werde immer noch herumdiskutiert, so Ungar-Klein. Schiene und Straße würden volkswirtschaftlich behandelt, Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) jedoch betriebswirtschaftlich – hier werde also über die Rentabilität und nicht über deren Nutzen für das Land diskutiert. Eine Arthur D. Little-Studie kam übrigens auf ein ähnliches Ergebnis. Diese besagt, dass bis zum Jahr 2030 durch einen entsprechenden Ausbau von 5G und Breitband 35.000 Arbeitsplätze entstehen könnten und das jährliche Bruttoinlandsprodukt um 32 Milliarden Euro steigen würde.

Finanzierung

Positiv beurteilt Ungar-Klein, dass die Politik in den vergangenen Jahren zumindest das Bewusstsein für die Bedeutung dieser Technologien geschaffen hat. Doch nun gehe es nicht mehr ums Reden, sondern um die Finanzierung.

Die Breitband-Milliarde stehe zwar zur Verfügung und es seien bereits Mittel geflossen. Doch auch bei voller Ausschöpfung wäre erst ein Zehntel des nötigen Ausbaus geschafft. Die Republik Österreich müsse nun laut Report eine strategisch wichtige Entscheidung treffen und für die Finanzierung sorgen, sei es durch Staatsanleihen oder über die Europäische Investitionsbank.

In den Bereichen Energie und Straße sei Österreich im internationalen Vergleich top. Bei IKT sei schon viel passiert, dennoch sei Österreich hier noch leicht unterdurchschnittlich entwickelt. Der Schienenverkehr liege leicht über dem internationalen Niveau, die Luft- und Schifffahrt deutlich darunter.

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