Streik bei Lufthansa in Deutschland, AUA setzt größere Flieger ein

Mehr als 520 Flüge könnten ausfallen. Keine Auswirkungen auf den AUA-Flugplan in Österreich.
FILE PHOTO: Strike of Germany's cabin crew union UFO at Frankfurt airport

Der Streik beim Kabinenpersonal dürfte am Freitag zum Ausfall von über 520 Flügen bei der deutschen AUA-Muttergesellschaft Lufthansa führen. Laut dem Flughafenverband ADV sollen zudem 90.000 Passagiere betroffen sein. 

Das ist völlig unangemessen", kritisierte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. Er warf der Flugbegleitergewerkschaft UFO vor, "hier bewusst maximale Störungen in Kauf" zu nehmen.

Allein bis Freitag 17.00 Uhr wurden bereits rund 200 Abflüge vom Frankfurter Flughafen annulliert, wie am Donnerstag aus Daten von der Website des Flughafenbetreibers Fraport hervorging. Die Airline erklärte dazu, es werde Beeinträchtigungen im Flugplan geben.

Bestreikt werden außerdem, "alle Abflüge der Lufthansa CityLine von den Flughäfen Frankfurt, München, Hamburg, Bremen, Stuttgart, Köln, Düsseldorf, Berlin und Hannover", wie die Gewerkschaft ankündigte.

Mehrheit stimmte Ende März für Streik

Eine Fraport-Sprecherin sagte, für Freitag seien insgesamt bisher etwa 1.320 Starts und Landungen mit rund 176.000 Passagieren geplant. Hier seien Flugstreichungen wegen des Streiks aber noch nicht erfasst. In der Regel komme die gesamte Lufthansa-Gruppe auf rund 60 Prozent des Verkehrsaufkommens.

Die deutsche Flugbegleitergewerkschaft UFO hat die Beschäftigten der Kernmarke Lufthansa und ihrer Zubringergesellschaft Cityline zu einem eintägigen Arbeitskampf aufgerufen. Am Freitag sollen von 00.01 Uhr bis 22.00 Uhr alle Abflüge der Lufthansa von ihren Drehkreuzen in Frankfurt und München bestreikt werden. Im selben Zeitfenster sollen nach Angaben der Unabhängigen Flugbegleiter Organisation (UFO) die Kabinenbeschäftigten der Cityline an neun deutschen Flughäfen die Arbeit niederlegen. Bei Urabstimmungen hatte Ende März die große Mehrheit der Befragten nach gescheiterten Gesprächen für Streik votiert.

AUA und andere Konzerntöchter fliegen verstärkt

In Deutschland werden die Lufthansa-Fluglinien Discover, Lufthansa City und Eurowings nach Möglichkeit Zusatzflüge übernehmen, wie der Konzern mitteilte. Auch die internationalen Töchter wie Austrian Airlines (AUA), Swiss, Brussels Airlines, Air Dolomiti und ITA Airways würden versuchen, zusätzliche Frequenzen anzubieten und auf ihren Flügen von und nach Deutschland größere Flugzeuge einzusetzen. 

Bei der AUA werden auf den Verbindungen nach München und Frankfurt größere Maschinen zum Einsatz kommen, erklärte eine Sprecherin der Airline gegenüber der APA. Der Streik in Deutschland führe aber zu keinen Änderungen im AUA-Flugplan.

Gewerkschaft fordert bessere Arbeitsbedingungen

Diese hingegen argumentiert, weder in den Verhandlungen über verbesserte Arbeitsbedingungen für die rund 19.000 Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter bei der Kernmarke Lufthansa noch in Sachen Sozialplan für die rund 800 Beschäftigten der vor der Schließung stehenden Cityline habe sich die Arbeitgeberseite bewegt. 

Diese Situation wäre vermeidbar gewesen – die Verantwortung liegt bei der Lufthansa, die es bisher nicht einmal geschafft hat, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen", erklärte UFO-Chef Joachim Vázquez Bürger mit Blick auf das Ringen um einen neuen Manteltarifvertrag für die Lufthansa.

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