Österreichs Baugigant Strabag auf Wachstumskurs, die Aktie im Höhenflug
Die österreichische Strabag SE, einer der größten börsennotierten Baukonzerne Europas, schrieb im Jahr 2025 ein neues Kapitel, das bei Investoren und Analysten gleichermaßen gut angekommen ist. Im Zentrum der Aufmerksamkeit des Kapitalmarkts steht die Aktie von Strabag SE, die unter dem Kürzel STR an der Wiener Börse notiert.
Sie hat im Jahr 2025 nicht nur eine bemerkenswerte Performance hingelegt, sondern notiert seit 22. September 2025 im österreichischen Leitindex ATX. Damit kehrte sie in den Leitindex zurück, in dem sie schon nach ihrem Börsegang im Oktober 2007 für sieben Jahre notiert hatte. Laut Strabag ist die neuerliche ATX-Notierung ein eindeutiges Signal für ihre steigende Bedeutung am Kapitalmarkt und wachsende Liquidität.
Kurs-Rallye
Lag der Kurs der Aktie vor einem Jahr noch bei 40,17 Euro, kletterte das Wertpapier am 19. August 2025 auf 91,31 Euro. Damit hatte sich der Kurs um 127,28 Prozent mehr als verdoppelt. Am 30. Dezember hat sich der Kurs dann bei 81,23 Euro eingependelt. Das ergibt im Jahresvergleich ein beachtliches Plus in Höhe von 102,21 Prozent. Die Marktkapitalisierung beträgt rund 9,5 Milliarden Euro. Die starke Kursrallye ist auf folgende Faktoren zurückzuführen: Rekordauftragslage und operative Ergebnisse, verbesserte Markterwartungen durch die strategische Ausrichtung und internationale Expansion u. a. nach Australien.
Hoher Auftragsbestand
Die operativen Kennzahlen untermauern das Vertrauen der Märkte: Nach den ersten neun Monaten 2025 wurde ein historischer Auftragsbestand in Höhe von 31,36 Milliarden Euro verkündet. Der höchste Wert in der Unternehmensgeschichte.
Zugleich stieg der Betriebsleistung in den ersten neun Monaten 2025 um rund 6 Prozent auf 14,45 Milliarden Euro. Diese Dynamik trieb die Erwartungen für das Gesamtjahr an. Dennoch senkte der Vorstand die Prognose für die Bauleistung für das Gesamtjahr auf rund 20,5 Milliarden Euro. Angeblich waren die ursprünglichen Erwartungen zu optimistisch. Trotzdem beträgt das Wachstum immer noch sieben Prozent.
Deutschland ist der wichtigste Markt
Bereits im ersten Halbjahr 2025 hatte die Strabag bestätigt, dass nicht nur Auftragseingang und Leistung wachsen, sondern auch die EBIT-Ergebnisse spürbar steigen. In den ersten sechs Monaten war das Betriebsergebnis um mehr als 50 Prozent gestiegen verglichen mit dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Diese Entwicklung spiegelt die robuste Nachfrage in Infrastruktur-, Energie- und Spezialbauprojekten wider, vor allem in Märkten wie Polen und und Deutschland.
Zum starken Aktienkurs hat vor allem auch die Ankündigung der deutschen Regierung beigetragen, dass ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen u. a. für Infrastruktur und Sanierung in Deutschland zur Verfügung gestellt wird.
„Deutschland ist der wichtigste Markt für uns. Wir sind dort mit über 40.000 Mitarbeitenden flächendeckend unterwegs. Wir haben eine extrem tiefe Wertschöpfung und ein sehr dichtes Baustoffnetz“, sagte Strabag-Vorstandschef Stefan Kratochwill kürzlich zum KURIER. „Wir können innovative, nachhaltige Lösungen anbieten und sind sehr gut aufgestellt.“
Expansion in Australien
Außerdem ist die Strabag im März 2025 in den australischen Markt eingestiegen und hat die Georgiou Group mit 800 Mitarbeitern übernommen. „Wir wollen auch in außereuropäische Länder diversifizieren, um einfach von Schwankungen in Europa nicht so eine Abhängigkeit zu haben“, so Kratochwill. „Australien ist zwar weit weg, aber von der Mentalität her passt das Land eigentlich gut zu unserer Mentalität. Wir sehen großes Potential im Land, die haben tolle Rail-Projekte und Mining-Projekte, da werden wir sicher in der Zukunft auch noch mehr machen.“ Und da die Olympischen Spiele 2032 in Brisbane stattfinden, wird auch der eine oder andere Bauauftrag von der Georgiou Group ausgeführt werden.
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