Österreich bei Abgaben auf Arbeit weiter unter Spitzenreitern

Nur Belgien, Deutschland und Frankreich haben höhere Abgaben auf Löhne. Die sind hierzulande zuletzt auch leicht gestiegen.
Verschiedene Euro-Banknoten und -Münzen liegen übereinander gestapelt.

Zusammenfassung

  • Österreich hat mit 47,1 Prozent die vierthöchste Abgabenbelastung auf Arbeit im OECD-Vergleich, vor allem wegen hoher Sozialabgaben und Lohnnebenkosten.
  • Die Abschaffung des Klimabonus führte zu einem leichten Anstieg der Steuerbelastung, wobei die Lohnsteuern unter, die Sozialabgaben jedoch deutlich über dem OECD-Schnitt liegen.
  • Familien profitieren im internationalen Vergleich weiterhin von steuerlichen Vorteilen, auch wenn sich diese gegenüber dem Vorjahr leicht verringert haben.

Pünktlich zu den laufenden Budgetverhandlungen hat die OECD am Mittwoch ihre jährliche Studie zur Steuer- und Abgabenquote auf Arbeit veröffentlicht. Die zeigt, dass Österreich bei der Abgabenbelastung auf Löhne im OECD-Vergleich den vierthöchsten Wert aufweist. Nur in Belgien, Deutschland und Frankreich waren die Lohnabgaben 2025 höher. 

Hauptverantwortlich dafür sind die vergleichsweise hohen Sozialabgaben für Arbeitnehmer und die Lohnnebenkosten für Arbeitgeber. Im OECD-Schnitt stieg die Steuer- und Abgabenbelastung auf Löhne von kinderlosen Arbeitnehmern mit Durchschnittslohn im Vorjahr auf 35,1 Prozent der gesamten Lohnkosten. Spitzenreiter unter den 38 OECD-Ländern sind Belgien (52,5), Deutschland (49,3), Frankreich (47,2) sowie eben Österreich mit 47,1 Prozent

Abschaffung des Klimabonus führt zu leichtem Anstieg

Gegenüber dem Vorjahr zeigt sich laut der „Taxing Wages“-Studie ein minimaler Anstieg. Grund dafür ist die Abschaffung des Klimabonus, der die Steuerbelastung um 0,3 Prozentpunkte steigen ließ. Von den 47,1 Prozent Lohnabgaben entfielen 11,4 Prozent auf Lohnsteuern, 14 Prozent auf Sozialversicherungsbeiträge der Arbeitnehmer und 21,4 Prozent auf Abgaben durch die Arbeitgeber.

Während der Anteil der Lohnsteuern damit sogar etwas unter dem OECD-Schnitt (23,4) liegt, sind die Sozialabgaben der Arbeitnehmer und die Lohnnebenkosten der Arbeitgeber deutlich höher als der OECD-Durchschnitt (8,1 bzw. 13,5 Prozent). Im Ländervergleich rangiert Österreich beim Dienstnehmeranteil der Sozialversicherungsabgaben an sechster Stelle, was die Lohnnebenkosten betrifft an achter Stelle. 

Vorteile für Familien geringer

Bei steuerlicher Bevorzugung von Familien unter Top Ten Die OECD-Studie bestätigt außerdem einmal mehr, dass Familien im österreichischen Steuersystem im internationalen Vergleich deutliche Vorteile gegenüber Kinderlosen genießen, auch wenn sich der Vorteil von 2024 auf 2025 leicht verringert hat. 

Bei einer Familie mit zwei Kindern, bei der nur ein Elternteil arbeitet, lag der Anteil der Steuer- und Abgabenbelastung an den Lohnkosten bei 33,3 Prozent und damit 13,8 Prozentpunkte unter jenem von Alleinstehenden ohne Kinder (OECD-Schnitt: -8,9). 2024 war der Unterschied hierzulande mit -14,3 Prozent noch etwas größer gewesen. Bei Familien mit zwei Verdienern betrug die Abgabenbelastung 2025 37,7 Prozent der Gesamtlohnkosten.

Betrachtet man nur die Arbeitnehmerseite, muss der durchschnittliche Arbeitnehmer ohne Kinder in Österreich 32,5 Prozent seines Bruttogehalts für Steuer- und Sozialabgaben abführen (OECD-Schnitt: 25,1). Bei Familien mit zwei Kindern und zwei Einkommen (100 bzw. 67 Prozent des Durchschnittslohns) sind es abzüglich von Geldleistungen wie der Familienbeihilfe nur mehr 20,5 Prozent des Bruttolohns (OECD-Schnitt: 18,9). 

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