Starke Ansage: Größtes Investment in der Geschichte der AUA

Die Fluglinie soll in den nächsten Jahren zwölf Boeing-Dreamliner und bis zu 46 Airbus A320 erhalten. Indes hadert die AUA-Chefin Annette Mann weiterhin mit den hohen Standortkosten in Österreich.
Reisende mit Gepäck vor einem roten „Austrian“-Schriftzug.

Die Lufthansa-Tochter Austrian Airlines (AUA) hat im Geschäftsjahr 2025 ziemlich gute Zahlen eingeflogen. Der operative Gewinn stieg um 15 Prozent auf 84 Millionen Euro und der Umsatz legte um drei Prozent auf 2,54 Milliarden Euro zu.

„Wir freuen uns über ein solides Ergebnis, was einer Marge von 3,2 Prozent entspricht“, sagte AUA-Chefin Annette Mann. „Wenn man das aber in Relation zum Erfolg unserer europäischen Wettbewerber stellt, dann liegen wir 50 Prozent unter dem Durchschnitt.“ Außerdem musste sie einräumen, dass sich die Luftfahrt generell in einer geopolitisch anspruchsvollen Zeit befinde und es immer wieder Krisen gebe wie aktuell im Nahen Osten.

„Wir müssen so aufgestellt sein, dass wir das gut aushalten können“, sagt die Managerin. Zuletzt hat die AUA im Auftrag des Außenministeriums Repatriierungsflüge für in den Arabischen Emiraten gestrandeten Österreichern von Maskat und Riad durchgeführt. Die AUA hat ihre Dubai-Flüge bis 10. März ausgesetzt, etwa 200 Passagiere der AUA befinden sich noch vor Ort, die würden betreut.

Drehkreuze in Emiraten

„Die Situation zeigt, wie sehr der globale Luftverkehr von Drehkreuzen im Nahen Osten wie Dubai abhängig ist“, sagt Mann. „Grundsätzlich muss sich Europa überlegen, wie sehr will man sich abhängig machen von Drehkreuzen außerhalb Europas.“ Indes seien die Asien-Flüge der AUA planmäßig im Programm und nicht gefährdet. Auf der Strecke nach und von Bangkok seien zusätzliche Flüge aufgenommen worden, weil die Reisenden nicht in den Golfstaaten umsteigen können.

Fakt ist auch: Die AUA hat Platz 3 bei der Pünktlichkeit der europäischen Fluglinien erzielt und 99,2 Prozent ihrer Flüge durchgeführt.

„Wir sind froh ein grundsätzlich gesundes Unternehmen zu führen“, sagt die AUA-Chefin. „Warum reicht es trotzdem nicht zu einem besseren operativen Ergebnis? Weil die Standortkosten hier in Österreich doppelt so hoch sind wie im Schnitt in anderen europäischen Ländern. Das hindert uns in unserer Ertragskraft und wir haben Schwierigkeiten, die Zukunftsinvestitionen zu stemmen.“

Zehn Maschinen weniger

Trotzdem wird die AUA das größte Investment in ihrer Geschichte durchführen. „Heuer bekommen wir drei neue Boeing 787, die Ziele an den Ostküste der USA anfliegen werden“, sagte AUA-Manager Stefan-Kenan Scheib. „Wir werden dieses Jahr auch sechs Airbus A320neo für die Kurzstrecke in Betrieb nehmen.“ Ziel sei in den nächsten Jahren eine Flotte von insgesamt 12 Boeing 787 und bis zu 46 Airbus A320neo.

Das sind künftig aber um zehn Maschinen weniger als derzeit. Da diese Flugzeuge etwas mehr Reisende transportieren können, soll die Zahl der Passagiere steigen.

„Im Summe wird es ein Wachstum geben und wir werden auch alle Mitarbeiter brauchen, die bei uns sind“, sagt Mann. „Es gibt keine Pläne zum Abbau vom Bestandspersonal. Wir werden aber in der Technik in Zukunft weniger Arbeitsplätze haben.“ Die Verschlankung von fünf auf zwei Teilflotten führt zu einer Komplexitätsreduzierung in der Technik.

Kostensenkung

Der Ausblick für die nächsten Jahre wird davon geprägt sein, so Mann, wie sich die AUA am Standort in Österreich entwickeln wird. Stichwort: Kostensenkung. „Das wird nur gemeinschaftlich gehen mit unseren Partnern wie dem Flughafen Wien und mit unseren politischen Gesprächspartnern“, sagte die Vorstandsvorsitzende. „Wir haben im vergangenen halben Jahr ein neues Level im Dialog gefunden, wie eine Luftfahrtstrategie für Österreich aussehen kann. Welche Rahmenbedingungen müssen wir am Standort haben, damit wir eine gute Konnektivität für Österreich sicherstellen.“ Details wolle sie noch nicht nennen, man sei in guten Gesprächen. Vor allem die zwölf Euro Luftverkehrssteuer pro Passagier sind Fluglinien wie der AUA ein Dorn im Auge.

Nachfrage gestiegen

Die Lufthansa konnte ihr operatives Ergebnis 2025 um 19 Prozent auf 1,96 Milliarden Euro steigern. Der Konzerngewinn lag mit 1,34 Milliarden Euro leicht unter 2024. Der Umsatz erreichte sogar einen Rekordwert von 39,6 Milliarden Euro, das ist ein Plus von fünf Prozent. Die operative Rendite verbesserte sich auf 4,9 Prozent. Konzernchef Carsten Spohr sieht darin einen Beleg für die Stabilität der Gruppe. In den vergangenen Jahren hatte Lufthansa Marktanteile an subventionierte Golf-Airlines verloren, vor allem auf Asien-Routen.

Doch der aktuelle Ausfall der Golf-Carrier aufgrund des Iran-Krieges erhöht derzeit die Nachfrage nach Langstreckenflügen der Lufthansa.

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