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AUA
10/31/2012

Stabilisiert, aber noch nicht gesund

Erstmals seit 2007 ist die AUA operativ in der Gewinnzone. Doch der Vorstand gibt keine Entwarnung.

von Andrea Hodoschek

Eine gewisse Erleichterung, "heute mit positiven Nachrichten aufzuwarten", war AUA-Chef Jaan Albrecht bei der Präsentation der Ergebnisse der ersten drei Quartale 2012 anzumerken. Im Sommer flog die Lufthansa-Tochter ein um Sondereffekte bereinigtes operatives Ergebnis von 61,1 Millionen ein. Ergibt von Jänner bis September 5,9 Millionen Euro Gewinn.

Fünf Jahre ist es her, dass die schwer angeschlagene Airline zuletzt schwarze Zahlen schrieb. Zum Vergleich: Von Jänner bis September des Vorjahres bilanzierte die AUA mit 31,5 Verlust-Millionen.

Saniert ist die ehemals staatliche Fluglinie allerdings noch immer nicht. Man sei "auf dem richtigen Weg und konnte das Unternehmen erstmals stabilisieren", aber "wir sind wirtschaftlich noch nicht gesund. Unser Fitness-Programm ist noch nicht beendet", warnt Albrecht vor voreiliger Euphorie.

Größere externe Krisen könne die AUA heute noch nicht verkraften, ebenso wenig die Investitionen selbst verdienen. Da November und Dezember in der Luftfahrt traditionell schwache Monate sind, rechnen Albrecht und sein Vorstandskollege Karsten Benz für das Gesamtjahr 2012 mit einem "leicht negativen" Ergebnis, dessen Ausmaß von der weiteren Entwicklung der Kerosin-Preise abhängig sei.

Berücksichtigt man einmalige Sondereffekte aus dem Übergang des Flugbetriebs auf die kostengünstigere Tochter Tyrolean, kann die AUA bereits ein positives Ergebnis von 73 Millionen Euro vorweisen und wird das Gesamtjahr mit schwarzen Zahlen abschließen.

An der Kostenschraube wird weiter gedreht, die Flottenharmonisierung von Boeing auf Airbus soll bis zum Frühjahr abgeschlossen sein. Die Zahl der Mitarbeiter wurde heuer um 517 Beschäftigte reduziert, 117 Piloten und 217 Flugbegleiter gingen mit hohen Abfertigungen freiwillig von Bord.

2013 wird die AUA aber 40 zusätzliche Flugbegleiterinnen einstellen. Die Prozesse mit der Gewerkschaft wegen des Betriebsübergangs und der Kündigung des Kollektivvertrags werden bis zur letzten Instanz noch Jahre dauern, befürchtet Albrecht.

Zu Ostern will die Airline eine neue US-Destination aufnehmen, voraussichtlich wieder Chicago. Bis April sollen alle Langstrecken-Maschinen um 90 Millionen Euro mit komfortableren Sitzen ausgestattet sein.

Lufthansa

Die AUA-Mutter muss laut Konzernchef Christoph Franz den derzeitigen Sparkurs noch verschärfen: "Lufthansa ist auf dem richtigen Weg, aber wir sind noch nicht da angekommen, wo wir hinwollen". Die Ertragskraft sei zu gering, um die Zukunft des Unternehmens zu sichern. 1100 Verwaltungsjobs werden an billigere Auslandsstandorte ausgelagert.

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