Das Rote Kreuz zieht Bilanz

© APA - Austria Presse Agentur

Wirtschaft
12/23/2020

Spenden-Rekordjahr 2020: Wer von der Krise profitiert

Im Krisenjahr wurde so viel gespendet wie noch nie – doch das Geld ist ungleich verteilt.

von Johannes Arends

2020 dürfte trotz der Corona-Krise ein Spenden-Rekordjahr werden. Schätzungen des österreichischen Fundraisingverbandes zufolge dürften bis Ende des Jahren knapp 750 Millionen Euro für Non-Profit-Organisationen zusammenkommen. Dabei steigen sowohl der spendende Anteil der Bevölkerung als auch der durchschnittliche Betrag. Warum sind die Österreicher gerade in solch unsicheren Zeiten so großzügig?

„In der Krise muss man niemanden überzeugen, dass Hilfe gefragt ist“, sagt Günther Lutschinger, Präsident des Fundraisingverbands, zum KURIER. Die meisten Menschen spenden gerne für Themen, die ihnen selbst nahegehen. „Und diese Pandemie geht uns allen nahe.“

Auch deshalb haben medizinische Organisationen 2020 besonders profitiert. „Ich würde nicht von einem Rekordjahr für uns sprechen, aber bisher sieht es besser aus als im Vorjahr“, erklärt Michael Opriesnig, Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes, dem KURIER. Das hat auch mit der Rolle seiner Organisation zu tun: „Wir waren aufgrund der Corona-Krise das ganze Jahr über besonders im Fokus, das hat natürlich geholfen.“

Vor allem im Frühjahr habe es mehrere hohe Unternehmensspenden gegeben, aber auch Privatpersonen spendeten mehr an das Rote Kreuz als noch im Vorjahr. „Im Bereich der Auslandshilfe sind die Spenden allerdings deutlich zurückgegangen“, sagt Opriesnig.

Der Rest der Branche sieht sich mit ähnlichen Problemen konfrontiert. „Die Spendensumme für Auslandsprojekte ist über fast alle Organisationen hinweg gesunken“, erklärt Lutschinger. „Diese Projekte gehen trotz der Pandemie weiter, dort wird das Geld oft noch dringender gebraucht als zuvor.“

„Enorm herausfordernd“

„Für uns war 2020 ein enorm herausforderndes Jahr“, sagt Caritas-Generalsekretärin Anna Parr zum KURIER. Zum Beispiel mussten die üblichen Haussammlungen pandemiebedingt deutlich reduziert werden, in einigen Diözesen knapp um die Hälfte.

Auch hinsichtlich der Unternehmensspenden war es ein kompliziertes Jahr. Vor allem Unternehmen, die selbst hart getroffen waren, sparten ein. Andere langjährige Partner, wie der Verbund oder REWE, erhöhten hingegen ihre Beiträge.

Parr zufolge brachte das Jahr aber auch Lichtblicke mit sich: „Wir haben uns mehr anstrengen müssen, spüren aber eine hohe Solidarität in der Bevölkerung. Zum Beispiel melden sich viel mehr Menschen bei uns, weil sie freiwillig helfen wollen. Solche Spenden von Zeit und Hingabe sind oft mindestens genauso wertvoll für uns wie Geldbeträge.“J. Arends

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