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Rekord
01/21/2015

Sparer tragen mehr Geld zu Bausparkassen als je zuvor

Die heimischen Bauspareinlagen erreichten trotz der Mini-Zinsen im Vorjahr einen Höchststand.

von Irmgard Kischko

Bei Österreichs Bausparkassen ticken die Uhren offenbar anders: Während die heimischen Banken seit 2009 deutliche Rückgänge bei den Spareinlagen verzeichnen, wachsen die Einlagen bei den vier Bausparkassen stetig.

Im Vorjahr konnten Wüstenrot, s-Bausparkasse, Raiffeisen Bausparkasse und start:bausparkassen (Volksbanken-Sektor) mit 20,665 Milliarden Euro sogar einen neuen Einlagenrekord feiern. Der Zuwachs gegenüber 2013 betrug 1,6 Prozent.

"Von der abnehmenden Sparneigung sind wir gar nicht betroffen. Offenbar zählt für die Österreicher das Thema Sicherheit doch sehr", sagt Manfred Url, Chef der Raiffeisen Bausparkasse und Sprecher des Arbeitsforums der österreichischen Bausparkassen. Zudem fette die staatliche Prämie die Verzinsung auf. Mit 0,3 bis 1,1 Prozent verzinsen die Bausparkassen Einlagen derzeit. Dazu kommt die Prämie von 1,5 Prozent der Einlagen. "Das erhöht die Rendite der Einlagen um 0,5 bis 0,6 Prozent", betont Url.

53 Millionen Euro habe der Staat im Vorjahr für die Bausparförderung ausgegeben. Die kräftige Kürzung der staatlichen Prämie im April 2012 hat sich entgegen den Prognosen nicht negativ auf das Geschäft der Bausparkassen ausgewirkt. Url führt dies auf die extrem niedrigen Sparzinsen zurück. Da wirke jede, auch noch so kleine, Prämie positiv.

Wohnbau-Finanzierung

Zufrieden zeigte sich Url auch mit der Vergabe neuer Bausparkredite. 2,4 Milliarden Euro konnten die vier Bausparkassen im Vorjahr an Häuslbauer, Wohnungskäufer oder an Wohnraum-Sanierer auszahlen, um 1,1 Prozent mehr als 2013. Die Bauspar-Darlehensnehmer, die in den vergangenen Jahren etwas höhere Zinsen als die Schweizer-Franken-Schuldner zahlen mussten, könnten jetzt die Vorteile deutlich spüren. "Unsere Kredite sind langfristig kalkulierbar und haben eine kostenlose Zinsobergrenze von sechs Prozent", sagt Url.

Kaum Rückkehrer

Seit Jahren bieten die Bausparkassen Kunden, die ihren Bauspar-Kredit in einen billigeren Franken-Kredit bei Banken gewandelt haben, eine kostenlose Rückkehr an. "Das hat kaum jemand angenommen", bedauert s-Bausparkassen-Chef Josef Schmidinger. "Es rechnet sich nicht, mit Krediten eine Wette einzugehen", sagt er. Vier Milliarden Euro hätten Franken-Kreditnehmer durch die Aufwertung der Schweizer Währung verloren. Am Dienstag haben sie wegen des leichten Kursrückgangs des Franken 500 Millionen Euro gewonnen, in der Nacht auf Mittwoch aber wieder 200 Millionen verloren, veranschaulicht Schmidinger die heftigen Schwankungen der Währung.

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