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Plus von 30 Prozent: SpaceX hebt an der Börse ab, Elon Musk ist jetzt Billionär

Die Aktie startete mit einem Plus von fast 30 Prozent in den Handel. Die Bewährungsprobe für das Papier steht aber noch bevor.
SpaceX Musk Video

Dass die Aktie zulegen wird, war absehbar. Zur Eröffnung gab es für die SpaceX-Aktie am Freitag an der Technologiebörse Nasdaq ein Kursplus von fast 30 Prozent auf 174 Dollar, der Ausgabepreis lag bei 135 Dollar. Damit ist das Unternehmen bereits mehr als zwei Billionen Dollar wert. Um 9.30 Ortszeit (15.30 MESZ) läuteten die Börsenglocken für das Papier, das unter dem Kürzel SPCX debütierte. Unternehmensgründer Elon Musk war selbst nicht anwesend, aber via Video zugeschaltet. Er ist jetzt auch offiziell der erste Billionär der Welt.

Die Bewährungsprobe für die Raumfahrt- und KI-Aktie steht aber erst in einigen Wochen bevor. Denn an die Börse kamen zunächst nur 5 Prozent oder 555,6 Millionen der Aktien des Unternehmens. Mit einem Volumen von 75 Mrd. Dollar war es der bisher größte Börsengang der Welt. 

Zum Griss um die Aktien werden bald auch Indexfonds beitragen, etwa von FTSE und MSCI. Sie haben ihre Regeln geändert, um die SpaceX-Aktie rasch in ihre Indexes aufnehmen zu können. Das treibt die Nachfrage und sollte auch in den nächsten Wochen für Kursanstiege sorgen.

Zweifel an Bewertung

Zweifel an der Bewertung des Unternehmens, das im Börsenprospekt für das vergangene Jahr einen Umsatz von etwas unter 19 Mrd. Dollar und einen Verlust von 4,3  Mrd. Dollar  ausweist, sind zuletzt gewachsen. Die Analysten von Morningstar kamen mit einer errechneten Bewertung von 780 Mrd. Dollar nicht einmal auf die Hälfte der Summe.  

Auch bei anderen Analysten gab es deutliche Abstriche. Herkömmliche Parameter, wie etwa das Kurs-Gewinn-Verhältnis, stoßen bei SpaceX an ihre Grenzen. 

Warnung vor „Bruchlandung“

Florian Beckermann vom österreichischen Interessenverband der Anleger (IVA) warnte vor einer „Bruchlandung“ der Aktie. Die Euphorie an den Märkten befeuere Spekulationskäufe. „Gerade unerfahrene Anleger laufen hier Gefahr, nahe eines Markthochs einzusteigen und anschließend erhebliche Verluste zu erleiden“, sagt der Anlegerschützer. In Österreich wurde das Papier im Vorfeld des Börsengangs nicht angeboten. Wer die Aktie haben wollte, musste zu Brokern in Drittstaaten ausweichen.

Als Gefahr für den Kurs sieht Beckermann auch SpaceX-Gründer Elon Musk selbst, der auch schon mit einem Hitlergruß auffällig wurde. Seine Äußerungen, politische Kontroversen und Rechtsstreitigkeiten könnten erhebliche Auswirkungen auf den Kurs haben, so der Anlegerschützer.

Viel Fantasie

Die Fundamentaldaten von SpaceX erfordern viel Fantasie. Geld verdient das Unternehmen bisher lediglich mit seinem Starlink-Satellitennetzwerk. 2025 waren es mehr als 7 Mrd. Dollar. Künftig könnten die Satellitenschwärme die Basis für ein weltumspannendes Mobilfunknetz bilden. Andere Unternehmensbereiche sind stark defizitär. 

Das KI-Geschäft samt der geplanten Rechenzentren im All wird zwar mit Hunderten Milliarden Dollar bewertet, noch ist davon aber nicht viel zu sehen. Der KI-Chatbot Grok hinkt der Konkurrenz hinterher und gilt als unzuverlässig. Musks Pläne, den Mars zu besiedeln, werden von Experten als „Wahnvorstellung“ abgetan.

Behaltefristen laufen aus

Ende August könnte es bereits zu einer Abverkaufswelle kommen. Dann laufen die Behaltefristen der SpaceX-Manager und Mitarbeiter sukzessive aus. Immerhin rund 4.400 von ihnen könnten durch den Börsengang zu Millionären werden, rechnete die New York Times vor.

Anlegerschützer Beckermann rät dazu, sich nicht von der „Social-Media-Euphorie“ anstecken zu lassen, die Daten zu sorgfältig prüfen und nur dann zu investieren, wenn ein finanzieller Verlust verkraftbar wäre. 

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