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SpaceX-Börsengang: Milliardenwette auf Mars, Mond und Mobilfunk

Elon Musks Weltraumfirma will kommende Woche an der Börse abheben. Das Wichtigste zum Mega-Börsengang.
SpaceX-Rakete

Die Zahlen sind mehr als imposant. Es ist der mit Abstand größte Börsengang der Geschichte und soll 75 Milliarden Dollar in die Kassen von Elon Musks Weltraumunternehmen SpaceX spülen. 

Am kommenden Freitag ist es soweit, dann wird die SpaceX-Aktie mit dem Kürzel SPCX an der New Yorker Nasdaq starten. Der KURIER beantwortet die wichtigsten Fragen zu dem Mega-Börsengang.

Wie viel wird die Aktie kosten?

Den Ausgabepreis hat das Unternehmen auf 135 Dollar (rund 116 Euro) pro Aktie festgelegt. Insgesamt werden 555,6 Mio. Aktien ausgegeben. Damit würde SpaceX mit 1,8 Bio. Dollar bewertet und auf Anhieb den Sprung unter die wertvollsten börsennotierten Unternehmen der Welt schaffen. Je nach aktuellem Börsenkurs würde es nach der Google-Mutter Alphabet und noch vor dem Ölkonzern Saudi Aramco auf dem sechsten Platz rangieren.

Was macht SpaceX eigentlich?

Das 2002 von Elon Musk gegründete Unternehmen war im vergangenen Jahr für mehr als die Hälfte der weltweiten Raketenstarts verantwortlich. Das weltumspannende Satellitennetzwerk Starlink mit mehr als 10.000 Satelliten im Orbit kommt zur Breitband-Internetversorgung und Mobiltelefonie ebenso zum Einsatz wie zur militärischen Kommunikation. Das KI-Unternehmen xAI umfasst etwa den Chatbot Grok und das Online-Netzwerk X (ehemals Twitter).

Wie steht SpaceX wirtschaftlich da?

Im vergangenen Jahr wurde ein Umsatz von 18 Mrd. Dollar erwirtschaftet. Der Nettoverlust belief sich auf 4,9 Mrd. Dollar. Das Gros der Einnahmen kommt mit rund 60 Prozent vom Satellitennetzwerk Starlink, das als einziger Geschäftszweig profitabel ist. 2025 betrug der operative Gewinn 7,2 Mrd. Dollar. Das Raketengeschäft verbrennt ebenso Geld wie der KI-Bereich xAI.

SpaceX-Logo und Elon Musk

Elon Musk hat sich umfangreich Kontrollrechte bei SpaceX gesichert. Ohne ihn geht nichts.

Was will SpaceX mit dem Geld machen?

Die Pläne des Unternehmens lesen sich über weite Strecken wie Science-Fiction. Rechenzentren im All für günstige KI-Rechenleistung sind ebenso geplant wie die Besiedelung von Mond und Mars. Erste Roboter sollen bereits Anfang nächsten Jahres dort landen. Weniger irrwitzig klingen die Ambitionen im Mobilfunk. Die Starlink-Satelliten sollen die Basis für einen globalen Mobilfunkanbieter bilden, der die Branche aufmischen könnte. Erste Mobilfunkfrequenzen in den USA hat man bereits erworben, um Schnittstellen zwischen Satelliten- und Mobilfunknetz zu schaffen. Auch Partnerschaften mit Anbietern werden angestrebt. Mit einem Börsenwert, der den der großen internationalen Telekomkonzerne um ein Vielfaches übersteigt, sind Zukäufe in dem Bereich wahrscheinlich. 

Welche Rolle wird Elon Musk spielen?

Ohne den exzentrischen Milliardär wird bei SpaceX nichts gehen. Insgesamt hält er, abgesichert durch zwei Aktienklassen, 85,1 Prozent der Stimmrechte, aber nur 42 Prozent der Aktien. Musk will die Positionen des CEO, Technikchefs und Verwaltungsratsvorsitzenden gleichzeitig einnehmen. Abberufen kann er sich faktisch nur selbst. Steigt der Aktienkurs entsprechend, könnte der 54-Jährige zum ersten Billionär der Welt werden.

Was sagen Analysten zu dem Börsengang?

Die Meinungen gehen auseinander. Optimistische Prognosen, bei denen sich der Unternehmenswert bis 2030 fast verdoppeln könnte, gibt es ebenso wie Unkenrufe, die den Wert des Unternehmens nicht einmal halb so hoch ansetzen wie die beim Börsengang anvisierten 1,8 Bio. Dollar. Zuletzt hieß es etwa von der Ratingagentur Morningstar, dass die Aktie „deutlich überbewertet“ sei. Einen angemessenen Wert sieht man bei 780 Mrd. Dollar. Skeptisch betrachtet werden vor allem die investitionsintensiven KI-Fantasien, die auch die Weltraum-Rechenzentren umfassen. Positiv wird das schon heute brummende Starlink-Geschäft beurteilt.

Wie kann man die Aktie kaufen?

Rund 25 Prozent der neu ausgegebenen Aktien sollen an private Investoren gehen, sie werden von großen US- und internationalen Banken vertrieben. Der Rest fällt institutionellen Investoren zu. Privatanleger werden bald auch über börsengehandelte Fonds (ETFs) an dem Unternehmen partizipieren können. Indexanbieter wie MSCI wollen SpaceX bereits wenige Tage nach dem Börsengang berücksichtigen.

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