Niederösterreichische Firma entwickelt "Kill Switch" für Satelliten

Satelliten und Weltraumschrott umkreisen die Erde.
Ein Sicherheitsmechanismus soll Brände und Explosionen bei Satelliten verhindern und Weltraumschrott verringern.

Zusammenfassung

  • Space-Lock aus Niederösterreich entwickelt für die ESA einen "Kill Switch" zur sicheren Trennung von Satellitenbatterien und zur Reduktion von Weltraumschrott.
  • Der Mechanismus soll Brände und Explosionen verhindern und ist gegen unbeabsichtigte Auslösung gesichert; die Entwicklung läuft bis 2027.
  • Das Unternehmen profitiert vom boomenden Satellitenmarkt und sucht neue Mitarbeitende.

Weltraumschrott nimmt stark zu. Nach Angaben der ESA kreisen über 1,2 Millionen Objekte mit mehr als einem Zentimeter Größe im erdnahen Orbit. Ein großer Teil des Mülls im All stammt von ausgedienten oder beschädigten Satelliten. Oft explodieren sie oder brennen, weil ihre Akkus instabil sind. Die niederösterreichische Firma Space-Lock will das verhindern.

Im Auftrag der ESA entwickelt das Unternehmen in Brunn am Gebirge einen Mechanismus, der Akkus von beschädigten oder ausgedienten Satelliten zuverlässig abklemmt. So wird der Satellit am Ende seiner Lebensdauer von der Batterie getrennt; das senkt die Explosionsgefahr.

Auch bei beschädigten Satelliten müsse die Verbindung zum Akku gekappt werden, sagt Space-Lock‑Gründer Florian Günther dem KURIER. Zugleich müsse der Mechanismus auch gegen unbeabsichtigte Auslösung gesichert sein. Denn er wirkt wie ein "Not-Aus-Schalter" oder "Kill Switch". Wird er aktiviert, ist der Satellit verloren.

Für sein Unternehmen ist es der bisher größte Entwicklungsauftrag der ESA. Laut Günther liegt das Volumen im sechsstelligen Bereich. 2027 soll die Entwicklung abgeschlossen sein. Danach seien erste Flugeinsätze möglich, sagt Günther.

Markt boomt

Das Satellitengeschäft boomt, der Markt wächst kräftig. 2025 soll er ein weltweites Volumen von 17 Milliarden Dollar (14,6 Mrd. Euro) erreichen. Marktforscher erwarten jährliche Wachstumsraten von über zehn Prozent.

Angetrieben wird er vor allem durch Telekommunikationssatelliten. Unternehmen wie Starlink oder OneWeb/Eutelsat bringen ganze Flotten in den Orbit. Auch Erdbeobachtungssatelliten legen zu, nicht zuletzt wegen militärischer Nutzung.

Mitarbeitende gesucht

Space-Lock entwickelt unter anderem auch Ausklappmechanismen für Antennen und Messgeräte sowie Scharniere für Solarpaneele auf Satelliten – die Auftragsbücher sind gut gefüllt. Die Bauteile werden am Standort in Brunn am Gebirge entwickelt, getestet, feingereinigt und zusammengebaut. Gefertigt werden sie von Zulieferern aus der Region, wie Günther erzählt.

Derzeit zählt das Unternehmen 15 Mitarbeitende; für dieses Jahr sind mehrere Einstellungen geplant. Gesucht werden Entwicklungsingenieure und Mitarbeitende in der Produktion.

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