Roman Hebenstreit, Vida

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Wirtschaft

Sozialwirtschaft-KV: Plus 15 Prozent gefordert, Verhandlungen abgebrochen

GPA und vida wollen mindestens 350 Euro mehr. Betriebsversammlungen sind von 8. bis 10. November geplant.

10/19/2022, 08:33 PM

Bei den Kollektivvertragsverhandlungen fĂŒr die 130.000 BeschĂ€ftigten des privaten Pflege-, Gesundheits- und Sozialbereichs fordern die Gewerkschaften GPA und vida von den Arbeitgebern eine Gehaltserhöhung von plus 15 Prozent mit einem Mindestbetrag von 350 Euro. Das gaben die beiden Gewerkschaften Mittwochabend nach Ende der dritten Verhandlungsrunde in einer Aussendung bekannt. Die Runde sei nach zwölf Stunden ergebnislos unterbrochen worden, es folgen Betriebsversammlungen.

Die Forderungen sind damit bei weitem höher als bei Handel und Metallern, wo die Gewerkschaftsforderungen bei 10 bzw. 10,6 Prozent liegen. Die Arbeitgeber der Sozialwirtschaft Österreich hatten nach Gewerkschaftsangaben 7,5 Prozent, mindestens 150 Euro, geboten und damit ihr Angebot erhöht. Zuletzt war noch ein Arbeitgeberangebot von plus 7,18 Prozent im Raum gestanden.

"Krisen-Dauereinsatz"

"Die Kolleginnen und Kollegen im Gesundheits- und Sozialbereich sind seit drei Jahren im Krisen-Dauereinsatz. Sie brauchen eine Abgeltung deutlich ĂŒber der Teuerung, damit sie sich ihr Leben weiter finanzieren können", erklĂ€rte Eva Scherz, Chefverhandlerin der Gewerkschaft GPA, in einer Aussendung. Roman Gutsch, der fĂŒr die Gewerkschaft vida verhandelt, meinte: "Mit der Forderung nach mindestens 350 Euro berĂŒcksichtigen wir geringe Einkommen besonders. Sie sind durch die Inflation besonders betroffen."

Die Arbeitgeber hĂ€tten indes genau die Inflationsrate geboten, fĂŒr die Gewerkschafter "eindeutig zu niedrig". In den vergangenen drei Jahren hĂ€tten die BeschĂ€ftigten noch mehr als sonst Höchstleistungen erbringen mĂŒssen und seien unter enormen Druck gestanden. Der Gehaltsabschluss mĂŒsse das widerspiegeln. Neben dem Gehalt werde ĂŒber diverse rahmenrechtliche Forderungen verhandelt.

"Weil das Angebot der Arbeitgeber nicht ausreicht, erhöhen wir den Druck und fĂŒhren von 8. bis 10. November Betriebsversammlungen in der Sozialwirtschaft durch", so Scherz.

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