Sozialminister Rudolf Hundstorfer.

© APA/ROBERT JAEGER

Sozialministerium
12/04/2015

Sozialprojekte: Stiftungen sollen mitfinanzieren

Erste "Social Impact Bonds" in Österreich. Testlaut mit Frauenhaus Linz.

von Anita Staudacher

Mit einem Pilotprojekt testet das Sozialministerium eine neue Form der Finanzierung von Sozial- und Beschäftigungsprojekten in Österreich. Bei so genannten "Social Impact Bonds" (zu deutsch: sozialer Wirkungskredit) leisten private Financiers über eine gemeinnützige Stiftung die Vorfinanzierung eines Sozialprojekts. Die öffentliche Hand gibt die Ziele vor und definiert die Erfolgskriterien. Werden die Ziele erreicht, wird eine Erfolgsprämie gezahlt. Diese ist auf jeden Fall weniger, als der Bund oder das Land zur sozialen Unterstützung alleine hätte leisten müssen.

Frauenhaus Linz

Das erste Projekt wurde jetzt in Linz gestartet. Insgesamt 75 von Gewalt betroffene Frauen sollen innerhalb der dreijährigen Projektlaufzeit in eine existenzsichernde Beschäftigung vermittelt bzw. vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes bewahrt werden. Die meisten der Frauen kommen aus schwierigen sozialen Verhältnissen ohne eigenes Einkommen oder Berufserfahrung.

800.000 Euro

Für das dreijährige Projekt werden 800.000 Euro zur Verfügung gestellt, die vorerst nicht vom Staat, sondern von einem Stiftungskonsortium kommen. Die jährliche Verzinsung liegt bei einem Prozent. Im Erfolgsfall bekommt der Investor also mehr, als er hineingesteckt hat. Wird das Ziel nicht erreicht, gibt es kein Geld, der "Social Impact Bond" wäre dann als Spende anzusehen. Projektpartner sind das Frauenhaus Linz und das Gewaltschutzzentrum Oberösterreich.

Die Vorfinanzierung übernimmt die Juvat gemeinnützige GesmbH, der Österreich-Ableger der deutschen Benckiser Stiftung Zukunft. Unter anderen zählen die Erste österreichische Spar-Casse Privatstiftung und die Schweighofer Privatstiftung Beteiligungsverwaltung GmbH zu den Vorfinanzierern.

Weitere Kooperationen

Die Stiftung als Kreditgeber "erlaubt uns, mehr Projekte zu unterstützen", sagte Sozialminister Rudolf Hundstorfer. An Kosten erspart sich der Staat in diesem Projekt zunächst 360.000 Euro. Funktioniert das Modell soll es auf weitere Projekte ausgedehnt werden. Für Hundstorfer sind Social Impact Bonds keine alternative Finanzierungsform für staatliche Aufgaben, sondern ein Kooperationsmodell.

Weltweit laufen derzeit 39 derartige Projektfinanzierungen via "Social Impact Bonds", die meisten davon in den USA, Kanada und Großbritannien. Die meisten beschäftigten sich mit Kindern, Jugendlichen oder die Wiedereingliederung starffällig gewordener Personen.

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