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Tierfütterung
10/07/2019

Heimisches Soja im Futter schont das Klima

82 Prozent des für Nutztiere nötigen Eiweißes kommt aus Österreich. Bis zu 90 Prozent sind möglich.

von Andreas Anzenberger

Der heimischen Landwirtschaft ist es im Vorjahr gelungen, den Anteil des -Ausstoßes von 9,3 auf 8,1 Prozent zu reduzieren. Dazu beigetragen haben die erfolgreichen Versuche, Soja verstärkt in Österreich anzubauen. Mittlerweile beträgt die Anbaufläche bereits 70.000 Hektar.

Die Alternative ist der Import von gentechnisch verändertem Soja aus den USA und Südamerika. Bei der Produktion von einer Tonne Soja in Amerika und dem Transport nach Europa wird bis zu 40 Prozent mehr frei als bei Soja aus heimischer Produktion.

Preisdifferenz

Der Preisunterschied zwischen der Importware und der heimischen Produktion beträgt allerdings zwischen 15 und 20 Prozent. Bei der Fütterung von Legehennen in Österreich ist der Umstieg auf die heimische Produktion bereits gelungen. Die Branche hat mit den Produzenten von Donau-Soja eine Klimapartnerschaft abgeschlossen.

Durchaus mit Erfolg. Die Zahl der Legehennen in Österreich ist von fünf auf sieben Millionen gestiegen. Im Lebensmitteleinzelhandel gibt es nur Eier aus Österreich. Die Käfighaltung von Hühnern wird in Österreich zu Jahresende endgültig verboten. „Österreich verbietet die Käfighaltung um drei Jahre früher als andere EU-Staaten“, betont der Generalsekretär der Landwirtschaftskammer, Ferdinand Lembacher.

Eine Kennzeichnungspflicht nach der Herkunft gibt es allerdings nur für frische Eier, nicht jedoch in der Gastronomie oder in Großküchen. Auch bei verarbeiteten Lebensmitteln ist nicht ersichtlich, wo die Eier herkommen. Die Landwirte drängen daher darauf, dass auch bei verarbeiteten Produkten die Konsumenten die Herkunft nachvollziehen können.

Der Verein Dona-Soja bemüht sich erfolgreich um die Ausweitung der Anbauflächen. Eine Aufstockung von derzeit 70.000 auf 100.000 Hektar ist möglich. Dann kämen 90 Prozent des eiweißhaltigen Tierfutters – dazu gehört natürlich vor allem Gras sowie Heu – aus eigener Produktion.

Sonderangebote

Ein höherer Prozentanteil aus Eigenproduktion wird nicht drinnen sein. Denn ein Großteil der Sojaimporte wird für die Fütterung von Schweinen verwendet. Der Preiskampf beim Schweinefleisch ist besonders hart. Ein beträchtlicher Teil wird im Lebensmitteleinzelhandel über Sonderangebote verkauft. Da lassen sich die höheren Preise für Donausoja nicht unterbringen. Da Fleisch teurer ist als etwa Eier, wirken sich die 20 Prozent Mehrkosten für heimisches Soja auch deutlicher beim Preis aus. Die Konsumenten sind oft nicht bereit, mehr zu bezahlen.

210.000 Tonnen Soja pro Jahr werden in Österreich produziert. Fast die Hälfte davon wird für Nahrungsmittel wie etwa Tofu verwendet. Der Rest geht in die Tierfütterung. Der heimische Soja-Gesamtbedarf beträgt 550.000 Tonnen.