++ THEMENBILD ++ COMMERZIALBANK MATTERSBURG

© APA/ROBERT JAEGER / ROBERT JAEGER

wirtschaft von innen
10/21/2020

Skandalbank Mattersburg: Ein hartnäckiger Funktionär

Ex-Aufsichtsrat und Beschuldigter im Strafverfahren ist immer noch Wirtschaftskammer-Vertreter.

von Andrea Hodoschek

Wer einmal von den Mitgliedern zum Funktionär in der Wirtschaftskammer-Organisation gewählt ist, kann während der Amtszeit nur schwer abgesetzt werden. Das zeigt sich derzeit im Burgenland. Ernst Zimmermann, Unternehmer und bis zum Auffliegen des Skandals um die Commerzialbank Mattersburg Vize-Aufsichtsratschef, ist auch Landes-Innungsmeister der Dachdecker, Glaser und Spengler in der Wirtschaftskammer Burgenland.

Zimmermann wird wie berichtet im Strafverfahren gegen Ex-Bank-Chef Martin Pucher und Ex-Vorständin Franziska Klikovits als Beschuldigter geführt. Gegen ihn läuft seit Längerem ein Finanzstrafverfahren, das von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft in das Hauptverfahren einbezogen wurde. Sowohl Pucher als auch Klikovits haben angegeben, dem Unternehmer Bargeldbeträge übergeben zu haben, damit er seinen Kredit bei der Bank bedienen könne. Die Staatsanwaltschaft schätzt den Schaden auf mehr als zehn Millionen. Es gilt die Unschuldsvermutung, Zimmermann weist alle Vorwürfe zurück.

Den Innungsmeister sowie eine Funktion bei der Wirtschaftskammer Österreich hat Zimmermann bis dato nicht zurückgelegt. Wie man hört, soll er bei einem Gespräch in der Wirtschaftskammer erklärt haben, er trete nicht zurück, er habe sich nichts zuschulden kommen lassen.

„Da uns offiziell nichts vorliegt und wir nur Informationen aus den Medien haben, haben wir keine Handhabe“, erklärt dazu Peter Nemeth, Wirtschaftskammer-Chef in Eisenstadt. Nachsatz: „Ich bin kein Richter.“ Zimmermann wollte gegenüber dem KURIER keine Stellungnahme abgeben. Dass er auch ein hoher ÖVP-Wirtschaftsbund-Funktionär sei, wie in Eisenstadt kolportiert wird, stimmt nicht. Zimmermann ist einfaches Mitglied.

Gründe für Abberufung

Laut Wirtschaftskammer-Gesetz können Funktionäre nur abberufen werden, wenn nachträgliche Umstände eintreten, die ihre Wählbarkeit ausschließen oder wenn sie sich eine „gröbliche Verletzung oder Vernachlässigung ihrer Pflichten zuschulden kommen lassen“. Die Abberufung muss entweder von der Hauptwahlkommission in der Kammer oder von der Aufsichtsbehörde (Wirtschaftsministerium) erfolgen. Dafür ist aber eine rechtskräftige Verurteilung erforderlich.

Ein hochrangiger WKÖ-Vertreter meint dazu: „ Jeder Funktionär mit Anstand würde freiwillig zurücktreten.“ Jetzt könnte die Hauptwahlkommission doch tätig werden. Am Montag wurde das Konkursverfahren über die Dachdeckerei eröffnet. Eine Insolvenz gilt als Grund für eine Abberufung.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.