Signa-Pleite: Staatsanwaltschaft klagt vier Ex-Manager wegen Millionenuntreue an
Die Brachfläche des Hitler-Bunkers liegt in Berlin-Mitte.
Die Berliner Staatsanwaltschaft hat im Zusammenhang mit der Insolvenz des Immobilien- und Handelskonzerns Signa Anklage gegen vier ehemalige Mitarbeiter im Alter von inzwischen 39, 42, 45 und 50 Jahrenerhoben. Der Vorwurf: Untreue in Millionenhöhe.
„Die 50, 45 und 42 Jahre alten Angeschuldigten waren im ersten Semester 2023 jeweils Vertretungsberechtigte mehrerer unterschiedlicher Gesellschaften der SIGNA-Gruppe in Europa, während die 39 Jahre alte Angeschuldigte in führender Position innerhalb der SIGNA-Gruppe und Geschäftsführerin einer Gesellschaft der SIGNA-Gruppe in Deutschland tätig war“, so die Staatsanwaltschaft Berlin. „Im Januar 2023 wurde der 50-Jährige als Vertretungsberechtigter einer als Teil der SIGNA-Gruppe zur Entwicklung einer Immobilie gegründeten GmbH & Co. KG eingesetzt. Im gleichen Monat wurden der GmbH & Co. KG zweckgebundene Darlehen in Höhe von insgesamt 10 Millionen Euro überwiesen, die von Gesellschaftern der GmbH & Co. KG stammten, welche nicht zur SIGNA-Gruppe gehörten.“
Die Hintergründe
„Der 50-Jährige soll dann in der Zeit von Januar bis Mai 2023 mittels vier Überweisungen unbefugt und ohne Kenntnis der Darlehensgeber Gelder an andere Gesellschaften der SIGNA-Gruppe transferiert haben. Der 45-Jährige Angeschuldigte soll als Verfügungsberechtigter der genutzten Konten hierbei jeweils Hilfe geleistet haben“, heißt es weiters. „Die 42 und 39 Jahren alten Angeschuldigten sollen bei zwei Überweisungen Hilfe geleistet haben, indem sie die Durchführung der veranlassten Überweisungen durch Mitarbeiter der SIGNA-Gruppe koordinierten und überwachten. Von den überwiesenen Beträgen sollen schlussendlich mehr als 8,4 Millionen Euro nicht an die GmbH & Co. KG zurückgezahlt worden sein.“
Ein gegen den 50-Jährigen am 26. März 2026 vollstreckter Haftbefehl wurde noch am gleichen Tag gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt.Er soll nun eine Fußfessel tragen.
Das Landgericht Berlin muss nun über die Zulassung der Anklage entscheiden. Die Beschuldigten haben sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert. Die Berliner Anklage ist Teil der juristischen Aufarbeitung der größten Pleite der europäischen Wirtschaftsgeschichte. Zur Signa-Gruppe gehörten in Deutschland unter anderem das Luxuskaufhaus KaDeWe und die Warenhauskette Galeria.
Kommentare