Wirtschaft
17.03.2016

Semperit: Förderbänder für Minen in Australien

Gummikonzern steigert Umsatz und Gewinn im Vorjahr. Niedrige Rohstoffpreise belasten.

Ganz weit weg von zu Hause hofft der niederösterreichische Gummi- und Kautschukkonzern Semperit auf einen Wachstumsschub im schwächelnden Industrieumfeld. Durch einen Exklusiv-Vertrag mit einem Serviceprovider für Minen gelang Semperit der Einstieg in den australischen Markt.

Die Konzern-Tochter Sempertrans liefert bereits die ersten Förderbänder für Kohleminen. Für Semperit-Konzernchef Thomas Fahnemann ist Australien ein wichtiger Zukunftsmarkt, das Potenzial in dem riesigen Land sei groß.

Globale Präsenz

Der Gummikonzern will sich insgesamt noch globaler aufstellen und nimmt dabei vor allem die USA und den Iran ins Visier. In den USA fällt in den nächsten Monaten die Entscheidung über ein eigenes Sempertrans-Werk, im Iran erwartet Fahnemann Geschäftschancen sowohl in der Baubranche – "die Zementindustrie braucht Förderbänder" – als auch im Medizinsektor.

Der Ausbau des Spitalswesen erhöht den Bedarf an Operationshandschuhen, die von Sempermed unter anderem in Wimpassing/Niederösterreich hergestellt werden.

Als "schwierig" bezeichnet Fahnemann die Lage in Russland und der Ukraine sowie in China, wo es eine Förderband-Produktion gibt. Die größten Sorgen bereiten Semperit jedoch die historisch niedrigen Rohstoffpreise für Kohle, Rohöl oder Kautschuk, die sich negativ auf die Produktpreise auswirken. Der Preisverfall konnte im Vorjahr jedoch durch eine höhere Produktion kompensiert werden.

Höhere Dividende

Das abgelaufene Geschäftsjahr verlief trotz des Gegenwinds am Rohstoffmarkt gut. Der Umsatz kletterte, auch durch die Übernahme des deutschen Profilherstellers Leeser, um 6,6 Prozent auf 914,8 Millionen Euro. Nach Steuern fuhr das Unternehmen einen Gewinn von 46,4 Millionen Euro ein, um 22,6 Prozent mehr als 2014.

Die Dividende soll von 1,10 Euro im Vorjahr auf 1,20 Euro je Aktie angehoben werden. Allerdings schüttete das Unternehmen im Vorjahr zusätzlich eine Sonderdividende von 4,90 Euro pro Aktie aus. Für 2016 rechnet Fahnemann mit einer stabilen Umsatz- und Ergebnisentwichlung.