China hat bei Seltenen Erden nahezu eine globale Monopolstellung inne.

© REUTERS/STRINGER SHANGHAI

Handel
01/05/2015

Seltene Erden: China hebt Exportbeschränkungen auf

Nach WTO-Spruch will Peking die Ausfuhr der begehrten Industriemetalle wieder freigeben.

China hat staatlichen Medien zufolge die Exportbeschränkungen für Seltene Erden aufgehoben. Damit kommt Peking einem Schiedsspruch der Welthandelsorganisation (WTO) nach, die die Ausfuhrquoten für unzulässig erklärt hatte.

Aus China stammen mehr als 90 Prozent der Weltproduktion an den 17 begehrten Industriemetallen. Sie werden für Rüstungs- und viele Technologieerzeugnisse wie Computer, Handys, Windturbinen und Batterien benötigt.

China hatte die Ausfuhr 2010 mit der Begründung beschränkt, Umwelt und Ressourcen besser schützen zu wollen. Die Regierung in Peking verwies darauf, dass auch andere Länder wie die USA viele Abbaustätten aus ökologischen Gründen geschlossen hätten. Zur Gewinnung Seltener Erden sind hohe Mengen von Säure erforderlich, außerdem fallen leicht radioaktive Abfälle an. Jahrzehnte ungebremsten Wirtschaftswachstums haben China gewaltige Umweltprobleme gebracht.

Das WTO-Schiedsgericht urteilte im März nach einer Klage der USA, der EU und Japans, dass die Exportquoten chinesischen Firmen unfaire Wettbewerbsvorteile verschaffen. Die Beschränkungen hatten die Weltmarkt-Preise für die stark gefragten Rohstoffe drastisch in die Höhe getrieben. Seit dem Höhepunkt im Jahr 2011 haben sie sich aber wieder verbilligt, weil die Industrie in den USA und der EU die Seltenen Erden teilweise ersetzen konnte und neue Quellen außerhalb Chinas gesucht und gefunden wurden: Weltweit wurden über 440 neue Vorkommen entdeckt.

Dank ihrer besonderen chemischen Eigenschaften sind Seltene Erden für viele Schlüsseltechnologien unentbehrlich und kommen etwa bei der Produktion von Mobiltelefonen, Computer-Chips oder Flachbildschirmen zum Einsatz. Verwendung finden sie auch in Batterien, Hochleistungs-Magneten, Glasfaserkabeln, Katalysatoren oder Energiesparlampen. Es handelt sich um Elemente im Periodensystem wie Scandium, Yttrium, Indium, Thallium oder Lanthan.

Entdeckt wurden die Bodenschätze Ende des 18. Jahrhunderts in Schweden. Sie kamen in seltenen Mineralien vor und wurden als Oxide (Sauerstoffverbindung, früher auch "Erde" genannt) isoliert. Daher stammt der Begriff. Die Grundstoffe selbst sind nicht selten, einige kommen sogar häufig vor. Die größten bekannten Vorkommen liegen in China. Zu den Förderländern gehören aber auch Russland, Kasachstan, Indien oder Brasilien. Ökonomisch nutzbare Vorräte werden unter anderem in Grönland und der Mongolei vermutet.

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