Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bleibt umstritten.

© dpa/Daniel Bockwoldt

Landwirtschaft
06/10/2015

Schwieriger Weg zu weniger Pflanzenschutz

Die Anwendung von Spritzmitteln soll reduziert werden.

von Andreas Anzenberger

Die Debatte über Verbote von Pflanzenschutzmitteln ist zum politischen Thema geworden. Die Grünen wollen im Nationalrat ein völliges Verbot des Unkrautbekämpfungsmittels Glyphosat durchsetzen. Die SPÖ hat im niederösterreichischen Landtag einen ähnlichen Antrag eingebracht.

Vor einem Jahr wurde mit dem "Strategieprozess Zukunft Pflanzenbau" ein Dialogforum eingerichtet, an dem Global 2000 und Greenpeace genauso beteiligt sind, wie mit der IG-Pflanzenschutz die Vertreter der chemischen Industrie. "Wir wollen den Pflanzenschutz aus der tagespolitischen und polarisierenden Diskussion herausbringen", lautet das Ziel des Leiters des Strategieprozesses, Nationalratsabgeordneter Johannes Schmuckenschlager (VP).

Ein umfassender Aktionsplan wurde ausgearbeitet.Seit Anfang der 90er-Jahre ist der Einsatz von chemisch-synthetischen Substanzen in der Landwirtschaft deutlich zurückgegangen.

Neues Saatgut

Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter will eine "weitere Reduktion". Dazu beitragen sollen spezielle Saatgutzüchtungen, vielseitige Fruchtfolgen oder die Verknüpfung von Wetterdaten mit Prognosemodellen.

Allerdings gibt es Probleme: Je weniger Wirkstoffgruppen erlaubt sind, desto höher die Gefahr der Resistenzbildung. Ein völliger Verzicht auf Pflanzenschutz würde zu enormen Ernteausfällen führen. Die mittlerweile verbotenen drei Neonicotinoide waren ein Versuch, durch das Beizen des Saatguts die eingesetzten Mengen deutlich zu verringern.

Einig ist man sich beim Verbot von gentechnisch verändertem Saatgut. Der Ministerrat hat am Dienstag ein Rahmengesetz für ein Gentechnik-Anbauverbot beschlossen.

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