Schlumberger Sektkellerei

© KURIER/Jeff Mangione

Sprudelnder Markt
10/17/2016

Schwache Ernte treibt Sektpreis an

Winzer machen den Sektkellereien Konkurrenz. Das Angebot steigt, die Preise auch.

von Simone Hoepke

Aus Sicht des Sektherstellers Schlumberger war die heurige Traubenernte "mengenmäßig eine Katastrophe". "In der Steiermark gab es Ausfälle von bis zu 80 Prozent, in Teilen Niederösterreichs und des Burgenlandes von bis zu 50 Prozent", sagt Benedikt Zacherl, Mitglied der Schlumberger-Geschäftsleitung und Geschäftsführer des Österreichischen Sektkomitees.

Dass Trauben heuer gut, aber rar und damit teuer sind, werden auch Kunden an den Supermarktkassen spüren, meint Zacherl: "Ich gehe davon aus, dass die Preise Anfang 2017 um acht bis zehn Prozent steigen werden." In einzelnen Häusern deutlich stärker, fügt er hinzu.

Im Vorjahr wurden in Österreich 23,5 Millionen Flaschen Sekt geleert, deutlich weniger als vor Wiedereinführung der Sektsteuer 2014. Die zusätzlichen 75 Cent, die nun für jede verkaufte Sektflasche abgeliefert werden müssen, haben den Markt um 20 Prozent einbrechen lassen – und dem Finanzminister 2015 rund 15 Millionen Euro eingebracht.

Die Korken haben da wohl nur bei den Frizzante- und Prosecco-Herstellern geknallt, die von der Steuer befreit sind und so einen Wettbewerbsvorteil haben. Sie hatten Umsatzzuwächse im zweistelligen Prozentbereich. Allein im Vorjahr wurden österreichweit 14 Millionen Flaschen Frizzante in Österreich verkauft, dazu kommen – am anderen Ende der Preisskala – 1,4 Millionen Flaschen Champagner.

Sekt vom Winzer

Im Sektmarkt mischen immer mehr Anbieter mit. Vor zehn Jahren haben 70 österreichische Winzer und Kellereien Sekt hergestellt, mittlerweile sind es fast doppelt so viele. Schon zehn Prozent der Rebflächen werden versektet. Die Flaschenpreise reichen, grob gesagt, von drei bis 30 Euro. Tendenz steigend, weil die Qualität besser geworden ist, beteuern Hersteller. 2015 ist der Markt absatzmäßig um 7,5 Prozent geschrumpft, wegen höherer Durchschnittspreise wertmäßig aber um 3,5 Prozent gewachsen.

Gemessen am Umsatz ist Hochriegl die stärkste Marke im Land. Hochriegl gehört wie Goldeck zur Schlumberger-Gruppe, die über ihre Vertriebstochter TopSpirit auch Champagner und Prosecco verkauft. Zweitstärkste Marke ist Henkell. Die Kellerei aus Wiesbaden gehört zum Pizza-Riesen Dr. Oetker und produziert auch die Marken Kupferberg Gold, Fürst von Metternich oder Söhnlein.

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