Wirtschaft
19.04.2018

Schon jedes dritte verkaufte Fahrrad ist ein E-Bike

Elektrofahrräder verdrängen immer stärker klassische Räder, vor allem das Mountainbike.

Für die heimische Fahrradindustrie war 2017 ein Spitzenjahr. Erstmals seit 2014 wurde die magische Absatzgrenze von 400.000 Stück geknackt, und das mit einem Plus von 4,5 Prozent auf 414.000 deutlich. Absatztreiber waren einmal mehr E-Bikes, bereits seit 2012 gibt es in diesem Bereich kontinuierlich Steigerungen. 2016 war jedes fünfte verkaufte Fahrrad in Österreich ein E-Bike, 2017 fast jedes dritte.

Besonders stark ist das Segment E-Mountainbikes gewachsen. Sie haben mengenmäßig die E-Stadträder überholt und dem Verkauf herkömmlicher Mountainbikes Einbußen beschert.

Zwei verschiedene Welten

Bei den Elektrofahrrädern werden grundsätzlich zwei Kategorien unterschieden, weiß Wolfgang Haberstock, Sprecher der ARGE Fahrrad: jene, die beim Treten bis 25 km/h unterstützen und jene, die dies bis 45 km/h tun. Wer schneller fahren will, muss Muskelkraft einsetzen. E-Bikes bis 25 km/h gelten als normale Fahrräder, die gesetzlichen Rahmenbedingungen sind daher gleich.

Jene, die 45 km/h erreichen, auch Speed-Pedelecs genannt, gelten nicht als Fahrrad, sondern als Motorrad. Sie dürfen zum Beispiel nicht auf Fahrradwegen fahren, müssen zugelassen sein und ein Nummernschild haben. Es muss zumindest ein Mopedhelm getragen werden. „Der Anteil der Speed-Pedelecs liegt aber bei weniger als einem Prozent, für viele ist das Prozedere zu komplex“, sagt Haberstock.

Ungeübte gefährdet

Die Zahl der Unfälle ist in Österreich durch E-Bikes zwar gestiegen, aber nicht überproportional. Am stärksten gefährdet sind Fahrer, die lange nicht gefahren und aus der Übung sind, da sie nun rasch relativ hohe Geschwindigkeiten erreichen können.

Auch das Fahren im dichten Stadtverkehr hat seine Tücken. Es würden immer wieder Fahrradfahrer und anderen Verkehrsteilnehmer die Geschwindigkeit von Elektrofahrrädern unterschätzen, meint Haberstock.