© REUTERS/Paul Hanna

Wirtschaft
08/06/2022

SAS-Piloten wenden weitere Streiks ab

Weniger Gehalt, dafür mehr Neuanstellungen. Im Juli waren wegen Arbeitsniederlegungen mehr als 3.700 Flüge ausgefallen.

Hunderte dänische, norwegische und schwedische Piloten der Fluggesellschaft SAS haben sich für einen ausgehandelten neuen Tarifvertrag ausgesprochen. Bei Urabstimmungen in ihren jeweiligen Ländern stimmten sie der Vereinbarung mit der Airline zu, wie mehrere beteiligte Gewerkschaften am Samstag mitteilten.

Damit entgeht die skandinavische Fluglinie einem erneuten Pilotenstreik, wie sie ihn im Zuge eines Tarifstreits im Juli über zwei Wochen lang erlebt hatte. Die SAS hatte das Millionen gekostet. Mehr als 3.700 Flüge fielen aus.

In Dänemark beteiligten sich nun 89 Prozent der stimmberechtigten Piloten, 93 Prozent davon votierten für den Tarifvertrag. Wie groß die Mehrheit in Norwegen und Schweden war, ließen die Gewerkschaften zunächst offen. Das Gesamtergebnis soll kommende Woche vorliegen.

Die Gewerkschaften und die SAS hatten sich am 19. Juli nach zähen Verhandlungen auf einen neuen und auf fünfeinhalb Jahre angelegten Tarifvertrag geeinigt. Die Piloten erhalten demnach fünf Prozent weniger Gehalt, sie sollen außerdem mehr zur Hochsaison im Sommer und weniger im Winter fliegen. Insgesamt werden die Piloten somit um etwa ein Viertel günstiger für die finanziell angeschlagene Fluggesellschaft. Gleichzeitig beinhaltet die Einigung, dass Hunderte in der Corona-Pandemie entlassene Piloten wiederangestellt werden.

Die schwedische Pilotengewerkschaft erklärte, viele Mitglieder hätten sich solidarisch mit den jüngeren Piloten gezeigt und zugleich in einer schwierigen Situation viel Verantwortung für das Unternehmen gezeigt.

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