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Insolvenz
11/02/2012

Sardana-Pleite: Brösel um Wiener Geschäfte

Die Schulden der vier Pleitefirmen sind auf fast 60 Millionen Euro angestiegen. Sanierungspläne wurden nun zurückgezogen.

von Simone Hoepke

Die Insolvenz der Sardana-Gruppe, früher Betreiber von zahlreichen Shops auf dem Flughafen Wien und Standort-Untervermieter für renommierte Marken wie Swarovski und Triumph in der Wiener Innenstadt, weitet sich aus.

Laut Gerhard Weinhofer vom Gläubigerschutzverband Creditreform ist der Schuldenstand der vier Pleite-Firmen ( Sardana Holding, Sardana Handel, Saveria, Artifacts) mittlerweile auf 59,64 Millionen Euro gestiegen. Ursprünglich war vorgesehen, dass den Gläubigern in den vier Sanierungsverfahren jeweils 20 Prozent Quote geboten wird.

Doch der neue Investor Richard Schöps & Co AG um Joachim Knehs und Jamal Al-Wazzan, der im August die Hälfte der Anteile an den maroden Gesellschaften vom Souvenirhändler Rakesh Sardana übernommen hat, zog jetzt die Reißleine. Die vier Sanierungsanträge wurden zurückgezogen, über die Mitte nächster Woche abgestimmt hätte werden sollen. Was folgt, sind Anschlusskonkurse. „Nachdem die Verbindlichkeiten überprüft wurden, hat sich gezeigt, dass Adapatierungen bei den geplanten Sanierungsplänen durchgeführt werden müssen“, erklärt Saveria-Insolvenzverwalterin Ulla Reisch. „Schlussendlich haben die Konzernverbindlichkeiten dazu beigetragen, dass das Quotenerfordernis höher ausfällt, als die Gesellschafter es angedacht hatten.“ Nachsatz: „Zugleich hat es mit einigen Vermietern keine Einigung gegeben, es sind noch rechtliche Themen offen.“ Geeinigt haben sich die Sardana-Insolvenzverwalter mit dem Vermieter Grazer Wechselseitige Versicherung, der zuvor in Sachen Geschäftslokal Kärntner Straße 24 (Swarovski) eine Räumungsklage gegen die Sardana Holding eingebracht hatte.

Stadtlokale

Fakt ist, dass mittlerweile mehrere Geschäftslokale in der Wiener Innenstadt an die Vermieter zurückgegeben wurden. Indes will Schöps laut Insolvenzverwalterin Reisch nun einzelne Vermögenswerte wie Mietrechte in Form von Asset Deals herauskaufen. In den nächsten Wochen werde sich weisen,welche Teile gerettet bzw. übernommen werden, sagt Al-Wazzan: Es gehe um die Frage, welche Firmen noch sanierungsfähig sind. „Das Problem ist, dass die Firmen untereinander hoch verschuldet sind und keiner der Masseverwalter nachgeben will.“

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