Saftige Millionenpleite eines bekannten Autozulieferers: 319 Jobs betroffen

Stempel "Insolvenz" auf Papier
Das Unternehmen hat rund 144 Millionen Euro Schulden. Es soll fortgeführt werden.

"Unsere Leidenschaft für Perfektion und das Gespür für Innovation eröffnete neue Pfade. Mit dem gleichen Engagement, das einst die Teppiche am Standort Ebergassing auszeichnete, wagten wir den Schritt in die Automobilindustrie. Was einst als kleiner Exkurs in die Produktion von hochwertigen Fahrzeugtextilien im Bereich Teppichkaschierung für den Ladeboden begann, entwickelte sich schnell zu einer umfassenden Expertise für das Fahrzeuginnensegment im Bereich der Premiumfahrzeugausstattung. Im Jahr 1995 erfolgte die Übernahme und das Re-Branding in die Magna Eybl GmbH, nach weiteren erfolgreichen Jahren und der stetigen Weiterentwicklung unseres Produktportfolios wurde der Standort im Jahr 2015 von der spanischen Antolin-Gruppe übernommen", heißt es auf der Firmen-Homepage.

Und weiters heißt es: "Im November 2023 wurde unser Standort von einer Private Equity Gesellschaft erworben und in die heutige EITEK GmbH umfirmiert. Durch die positive Geschäftsentwicklung der vergangenen eineinhalb Jahre ist EITEK seit Juli 2025 Teil eines weltweit führenden amerikanischen Konzerns im Bereich der Automotive-Industrie. Die EITEK GmbH gehört zu den führenden Lieferanten für einige der prestigeträchtigsten Automarken der Welt. Unsere hochwertigen Materialien und innovativen Lösungen tragen dazu bei, dass jedes Fahrzeug nicht nur funktional, sondern auch einzigartig ist."

Die Rede ist von der EITEK GmbH, FN 270332y mit Sitz in Ebergassing, NÖ. Sie hat heute am Landesgericht in Korneuburg einen Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens mit Eigenverwaltung eingebracht. Das bestätigen der KSV1870 und Creditreform dem KURIER. 319 Mitarbeiter sind von der Pleite betroffen.

Im Firmenbuch scheinen die Herren Gary R. Laufenberg und Frank Günther als Geschäftsführer auf, Alleingesellschafterin ist die Neptune Industries, LLC.

Der Hintergrund

„Die Schuldnerin befasst sich mit der Erzeugung, Verarbeitung und Vertrieb von Komplettinnenausstattungsystemen und deren Komponenten für die Automobilindustrie. Das Unternehmen wurde bereits 1850 ursprünglich als Teppichweberei gegründet. Über viele Jahrzehnte hat sich das Unternehmen nun zu einem weltweit anerkannten Automobilzulieferer im Premiumfahrzeugsegment entwickelt", so der KSV1870. „Die EITEK GmbH gehört laut eigenen Angaben zu den führenden Lieferanten für einige der prestigeträchtigsten Automarken der Welt.“

Die Insolvenzursachen

"Die finanziellen Probleme der Antragstellerin sind eine direkte Folge der Krise in der Automotivbranche. Die Teuerung und ein massiver Nachfragerückgang belasteten das Budget massiv. Wegen der Höhe der Passiva war die Insolvenzantragstellung alternativlos", so Credireform.

Die Schulden

Die Verbindlichkeiten werden von Creditreform mit 144 Millionen Euro beziffert. Etwa 109 Millionen würden laut KSV1870 auf Schadenersatzforderungen entfallen, falls das Unternehmen nicht fortgeführt wird.

Die Zukunft

"Das Unternehmen soll nun durch Umsetzung eines Restrukturierungs- und Sanierungskonzeptes unter Eigenverwaltung fortgeführt werden", so der KSV1870. Den Gläubigern wird ein Sanierungsplan mit einer Quote von 30 Prozent angeboten werden. 

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