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Wirtschaft
10/23/2019

Ryanair-Chef O’Leary sieht Kritik als Gratis-Werbung

Laut O'Learys Rechnung kommen Flugbegleiter auf 29.152 Euro brutto im Jahr. Die Gewerkschaft sagt der Ryanair-Chef "fantasiert".

von Simone Hoepke

Ryanair-Chef Michael O’Leary nutzt einen Zwischenstopp in Wien, um Werbung für seine Billigflieger zu machen, zu denen mittlerweile auch jene der Lauda gehören: Nächsten Sommer stationiert er drei weitere Airbus A320 in Wien und kommt damit auf 19 Maschinen in Schwechat. „Wir nutzen den Abzug von Flugzeugen bei Eurowings und Level“, sagt O’Leary, der für die Laudamotion das Ziel von zehn Millionen Passagieren ausgerufen hat.

Verabschiedet hat er sich dagegen von einer fixen schwarzen Null in den Büchern. „Unser Ziel, den Break-even im dritten Jahr zu erreichen, bleibt erhalten“, sagt Lauda-Finanzchef Andreas Fritthum. Statt der schwarzen Null könnte nächstes Jahr aber auch ein Verlust von 25 Millionen Euro stehen. Im ersten Jahr nach der Übernahme schrieb Lauda 150 Millionen, im zweiten 50 Millionen Euro Verlust.

In den Schlagzeilen war der Billigflieger zuletzt vor allem wegen seinem Umgang mit Mitarbeitern und Betriebsräten. O’Leary bleibt davon wie immer unbeeindruckt: „Umso lauter die Kritik, desto mehr Tickets verkaufen wir“, sagte er am Mittwoch in Wien. Wenig überraschend verteidigte er die neuen, befristeten Leiharbeitsverträge über die irische Personalleasing-Firma Crewlink. Beim Gehalt gebe es letztlich keinen Unterschied, argumentierte er. Zum Jahresbruttogehalt von 15.830 Euro komme noch eine Umsatzbeteiligung an Bordverkäufen, Tagesgelder sowie ein Betrag pro Flugstunde. Unterm Strich komme man auf durchschnittlich 29.152 Euro brutto im Jahr.

„Er fantasiert gerne“

Gewerkschafter Daniel Liebhart kann O’Learys Rechnung nicht nachvollziehen: „Ich glaube, manchmal fantasiert er einfach gerne“, sagt Liebhart. Er hält ein Brutto-Einkommen von 1500 für realistisch. „Zumindest laut dem normalen Lauda-KV, den sie jetzt aber mit den Crewlink-Verträgen günstiger machen wollen.“ Wie berichtet warnt die Gewerkschaft die Mitarbeiter davor, die neuen Dienstverträge zu unterschreiben. Grund dafür ist unter anderem ein All-in-Gehalt von 959 Euro netto. Liebhart: „Dieser Betrag liegt klar unter der Armutsgefährdungsschwelle.“

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