Aptamil und Milumil: Rückruf von Babynahrung in Österreich

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Danone hat bestimmte Produktionschargen von Aptamil und Milumil zurückgerufen - vor dem Hintergrund der aktualisierten Empfehlungen zum Cereulid-Schwellenwert.

Anfang Jänner hatten der Schweizer Nahrungsmittelriese Nestlé und später der französische Konzern Danone in Großbritannien und anderen Ländern, auch in Österreich, gewisse Chargen von Säuglingsmilch zurückgerufen. Ein Zusammenhang wird nun überprüft.

Vergiftung mit Toxin Cereulid vermutet

Krankheitssymptome zeigten den Angaben zufolge Kinder in England, Schottland, Wales, Nordirland und den Kronbesitzungen. Sie hatten aus den vom Rückruf betroffenen Chargen Milchpulver konsumiert und anschließend Symptome gezeigt, wie sie auch bei einer Vergiftung mit dem Toxin Cereulid auftreten.

Bei einigen Kindern seien auch Infektionen mit saisonalen Viren festgestellt worden, die derzeit weit verbreitet zirkulieren, erklärte die Gesundheitsbehörde. Die Überwachung zeige für diese Jahreszeit keine ungewöhnliche Zunahme von Meldungen aus Spitälern und dem Gesundheitsdienst über Erbrechen bei Kindern unter einem Jahr. Die Behörden wollen die Vorfälle weiter untersuchen, um mögliche Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit zu begrenzen.

Rückruf von Babynahrung in Österreich

In Abstimmung mit der Lebensmittelaufsichtsbehörde hat Danone bestimmte Produktionschargen von Aptamil und Milumil in Österreich zurückgerufen - vor dem Hintergrund der aktualisierten Empfehlungen zum Cereulid-Schwellenwert. Aufgrund eines möglichen grenzüberschreitenden Handels der Babynahrung von Deutschland nach Österreich werden auch in Deutschland verkaufte Produktionschargen zurückgerufen.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) hatte am Montag Höchstwerte für ein Toxin festgelegt, das manchmal in Milchpulver vorkommt. Zuvor war es in mehreren Ländern zu Rückrufaktionen gekommen. Die Efsa erklärte, dass eine Konzentration von mehr als 0,054 Mikrogramm Cereulid pro Liter in Säuglingsmilch oder von mehr als 0,1 Mikrogramm pro Liter in Folgemilch "zu einer Überschreitung der Sicherheitswerte führen könnte."

Die Wissenschafter der Efsa schlugen eine akute zulässige Tagesdosis (ARfD) von 0,014 Mikrogramm je Kilogramm Körpergewicht für Cereulid bei Säuglingen vor. "Diese Empfehlung soll den Risikomanagern in der EU dabei helfen, zu entscheiden, wann Produkte vorsorglich aus Gründen der öffentlichen Gesundheit vom Markt genommen werden müssen", erklärte die in Italien ansässige Behörde in einer Mitteilung. Angesichts der sich weiterentwickelnden behördlichen Leitlinien - einschließlich der jüngsten wissenschaftlichen Empfehlung der Efsa zu vorsorglichen Schwellenwerten für Cereulid in Säuglingsnahrungen - ruft Danone nun weitere Chargen an Babynahrung zurück.

Rohstoff aus China dürfte Ursache sein

Zahlreiche Hersteller von Säuglingsnahrung, darunter neben Nestlé auch Danone und Lactalis, haben seit Ende 2025 aufgrund eines Risikos der Cereulid-Kontamination in mehr als 60 Ländern Rückrufe von Säuglingsmilch durchgeführt. Hintergrund ist ein in den Milchpulvern als Zutat verwendetes und verschmutztes Öl eines Zulieferers aus China.

Was ist Cereulid? 

  • Cereulid ist laut Gesundheitsbehörden ein von Bakterien gebildetes Gift, das 30 Minuten bis sechs Stunden nach der Einnahme plötzliche Übelkeit, Erbrechen und Magenschmerzen verursachen kann.
  • Das Toxin ist extrem hitzestabil. Es wird selbst durch Kochen, Braten oder Pasteurisieren nicht zerstört.

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