Rückruf von Babynahrung: Wie gefährlich ist Cereulid?

Ein Baby greift nach einer mit Milch gefüllten Flasche, die von einer erwachsenen Hand gehalten wird.
Nach mehreren Rückrufen von Babynahrung im Zusammenhang mit dem Giftstoff Cereulid hat sich die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) eingeschaltet.

Zusammenfassung

  • Mehrere Rückrufe von Babynahrung wegen des Giftstoffs Cereulid, unter anderem von Danone und Nestlé, sind erfolgt.
  • Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) hat erstmals einen Sicherheitsrichtwert für Cereulid in Babynahrung festgelegt.
  • Eltern sollen zurückgerufene Produkte nicht verwenden und bei Symptomen wie Erbrechen oder Durchfall einen Arzt aufsuchen.

Die EU-Kommission bat die Behörde mit Sitz im italienischen Parma um eine Einschätzung, wie gefährlich Cereulid für Säuglinge ist, wie die Efsa mitteilte. Ziel ist es, Richtwerte festzulegen, ab wann belastete Produkte vorsorglich aus dem Handel genommen werden sollten.

Vergangene Woche war bekanntgeworden, dass der Lebensmittelhersteller Danone in Deutschland mehrere Chargen seiner Babynahrung der Marke "Aptamil" zurückruft. Wie das Unternehmen mitteilte, könnte darin Cereulid enthalten sein. In Abstimmung mit den zuständigen deutschen Behörden würden drei Chargen zurückgerufen. Auch der Nahrungsmittelkonzern Nestlé rief deswegen - auch in Österreich - schon mehrere Babynahrungsprodukte vorsorglich zurück.

Rückruf von Babynahrung: Was sollen Eltern tun?

Nach Efsa-Angaben werden derzeit in mehreren Ländern weltweit Rückrufe von Babynahrungsprodukten durchgeführt. Die Behörde reagierte mit einer zügigen Risikobewertung und legte erstmals einen klaren Sicherheitsrichtwert speziell für Babys fest. 

Damit sollen Behörden in der EU schneller und einheitlicher entscheiden können, wann ein Rückruf notwendig ist. Hintergrund: Sehr junge Säuglinge reagieren deutlich empfindlicher auf Giftstoffe als Erwachsene.

Eltern sollten zurückgerufene Produkte demnach auf keinen Fall weiter verwenden. Zeigen Babys nach dem Verzehr Symptome wie etwa Erbrechen oder Durchfall, raten Fachleute dringend zu einem Arztbesuch. Magen-Darm-Erkrankungen können bei Säuglingen schnell zu Komplikationen führen. Cereulid ist laut Efsa ein von Bakterien gebildetes Gift, das 30 Minuten bis sechs Stunden nach der Einnahme plötzliche Übelkeit, Erbrechen und Magenschmerzen verursachen kann.

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