A general view of Austria's Raiffeisen Bank International (RBI) headquarters in Vienna in this April 10, 2013 file photo. The central and eastern European banking empire that Herbert Stepic forged at Austrian lender Raiffeisen may be the casualty of a power struggle at the group exposed by his sudden exit. To match story RAIFFEISEN-CEO/ REUTERS/Heinz-Peter Bader/Files (AUSTRIA - Tags: BUSINESS)

© Reuters/HEINZ-PETER BADER

Risiken
03/27/2014

Ukraine wird heuer zur Zitterpartie für Raiffeisen

Noch verdient die Raiffeisen Bank International in der Ukraine Geld. Der Verfall der Währung aber belastet. 2014 könnte die Tochter Verluste liefern.

von Irmgard Kischko

Die Krise in der Ukraine und die Sanktionsdrohungen des Westens gegen Russland werfen einen Schatten über das bisher äußerst erfolgreiche Geschäft der Raiffeisen Bank International (RBI) in diesen beiden Ländern. 100 Millionen Euro verdiente die RBI 2013 mit ihrer ukrainischen Tochterbank Aval und 470 Millionen Euro in Russland.

Sogar in den ersten beiden Monaten dieses Jahres lief das Geschäft in derUkraine noch gut. "Es ist erstaunlich, aber im Großteil des Landes ist business as usual. Die Aval Bank hat im Jänner und Februar auch Geld verdient", erklärt RBI-Chef Karl Sevelda. Die Bank verzeichnet sogar einen kräftigen Kundenzulauf. An die 100.000 Anfragen für neue Gehaltskonten seien in den vergangenen Wochen eingegangen. Viele Ukrainer würden Geld von den dem ehemaligen Regime nahestehenden Banken zur Aval umschichten. Allerdings habe es auch Abflüsse gegeben. "Die Menschen vertrauen der Währung Hriwna nicht, tauschen in Dollar und horten es unter dem Polster", vermutet der RBI-Chef. Schwierig sei die Lage auf der Krim, wo derzeit nur sechs der 32 Aval-Filialen geöffnet seien. Die RBI erwägt, das Krim-Geschäft auf ihrerussische Tochterbank zu übertragen.

Währungsverluste

Trotz des relativ guten Starts 2014 ist die RBI für das Gesamtjahr sehr unsicher. Der Ausblick wurde "unter Vorbehalt" gestellt. Zu schaffen machen der Bank die enormen Schwankungen der Währungen der Ukraine und Russlands. Zum Tag der Bilanzerstellung, dem 11. März 2014, hätten die Abwertungen der beiden Währungen 280 Millionen Euro vom Eigenkapital aufgefressen. Das sind 0,25 Prozent des Kapitals. "Steigen die Währungen, kann sich das ins Gegenteil drehen", betonte Sevelda.
Trotz der Unsicherheiten hofft die RBI, dass ihr die Aufsicht spätestens Mitte August erlaubt, das Staatskapital zurückzuzahlen. "Wir zahlen dafür 600.000 Euro Zinsen pro Tag", so Sevelda.

Der RBI-Konzern verdiente 2013 mit 600 Millionen Euro um ein Fünftel weniger als 2012. Die Dividende sinkt von 2,72 auf 1,83 Euro je Aktie.

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