Rewe-Chef will Aktionsdschungel lichten und früher aufsperren

© Kurier/Gilbert Novy

Wirtschaft
04/03/2019

Rewe-Chef Marcel Haraszti will seine Läden länger aufsperren

20 Minuten längere Öffnungszeiten pro Tag sollen 500 zusätzliche Jobs bringen, sagt der Handelschef.

von Simone Hoepke

Geht es nach Marcel Haraszti, sollen alle Bipa-, Billa-, Penny- und Merkur-Märkte einheitlich von sieben Uhr morgens bis 20 Uhr abends offen haben, zumindest wochentags (samstags bis 18 Uhr). „Im benachbarten Ausland sind die Geschäfte zum Teil 24 Stunden am Tag offen, Amazon verkauft rund um die Uhr“, moniert der Chef des Rewe-International-AG (Billa, Bipa, Merkur, Adeg, Penny). In Österreich gelte davon unbehelligt „eines der ältesten Öffnungszeiten-Gesetze Europas“. Laut diesem dürfen Geschäfte maximal 72 Stunden in der Woche offen halten.

Der Rewe-Boss fordert seit geraumer Zeit eine Ausweitung auf 76 Stunden: „Es geht um 20 Minuten am Tag.“ Die Mitarbeiter würden deswegen nicht länger arbeiten müssen. „Wir würden 500 zusätzliche Jobs im Unternehmen schaffen“, beteuert er. Mit seinen Forderungen stößt der Rewe-Chef bei den Sozialpartnern und in der Wirtschaftskammer seit geraumer Zeit auf taube Ohren. Haraszti: „Wir werden aber nicht aufhören, unsere Meinung zu vertreten.“

Doppelgleisigkeiten

In Österreich hat die Rewe-Gruppe im Vorjahr 8,66 Milliarden Euro umgesetzt – und hinkt mit dieser Entwicklung einmal mehr hinter dem Salzburger Erzrivalen Spar her. Um das zu ändern, stellt sich Rewe neu auf. Doppelgleisigkeiten werden gestrichen, deswegen wurde auch der Merkur-Onlineshop geschlossen. Haraszti: „Es reicht, wenn wir Geld in den Billa-Onlineshop investieren.“ Schließlich seien die Web-Umsätze mit rund 35 Millionen Euro noch vernachlässigbar.

Auch die einzelnen Vertriebslinien sollen besser kooperieren, sich etwa bei Aktionen absprechen, sich also nicht mehr gegenseitig kannibalisieren. Überhaupt will Haraszti den Aktionsdschungel lichten. „Wir wollen stärker in die Kurrantpreise investieren.“

Baustelle Bipa

Nach wie vor eine Baustelle ist die Drogeriemarktkette Bipa, die nach zahlreichen Managementwechseln einen Zickzack-Kurs hinter sich hat. Zu Spitzenzeiten hatte die Drogeriemarktkette 611 Standorte, jetzt sind es noch 588. „Das ist die richtige Zahl, wir werden aber noch ein paar kleinere gegen größere Standorte abtauschen.“ Zwar sind die Umsätze zum ersten Mal seit 2015 wieder gestiegen, doch bis Bipa wieder Gewinne schreibt, wird es noch dauern. Haraszti: „Wir modernisieren 180 Standorte, das wirkt sich natürlich aufs Ergebnis aus.“

Unter dem Strich setzte Rewe 2018 in Österreich brutto 8,66 Milliarden Euro um (Plus von 1,51 Prozent). Dazu kommen 3,56 Milliarden Euro aus dem Osteuropageschäft.

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