Raiffeisenlandesbank OÖ sieht bei Immobilien wieder Dynamik

Jahresgewinn legte vor allem wegen guter Beteiligungserträge um 54 Prozent zu.
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Reinhard Schwendtbauer, seit Mai 2025 Vorstandschef der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich (RLB OÖ), hat bei seiner ersten Bilanzpressekonferenz gut lachen. Denn der Jahresüberschuss vor Steuern von 748,3 Millionen Euro bedeutet eine Steigerung von 53,8 Prozent.

„Wir können einerseits mit dem operativen Geschäft sehr zufrieden sein, andererseits haben wir 2025 besonders von der guten Performance unserer wesentlichen Beteiligungen und weniger Kreditausfällen profitiert“, sagte Schwendtbauer im Rahmen der Bilanzpressekonferenz. Dazu zählt er vor allem die Beteiligung an der Raiffeisenbank International (164 Mio. Euro Ergebnisbeitrag), der voestalpine (150 Mio.) sowie der Raiffeisenbank in Tschechien (98 Mio.), an der die RLB 25 Prozent (neben der RBI) hält.

Wohnkredite

Zufrieden ist Schwendtbauer auch mit der wieder positiven Entwicklung der Bank im Immobiliensektor. So stieg die Zahl der Neuabschlüsse bei privaten Wohnbaukrediten um knapp die Hälfte. Das Volumen legte um zwei Drittel zu. 2026 zeige bisher noch höhere Steigerungsraten. Schwendtbauer: „Viele Haushalte nutzen das stabilere Zinsumfeld sowie die aktuelle Preisdynamik am Immobilienmarkt, um Wohnprojekte umzusetzen. Gleichzeitig führen die gestiegenen Lohnniveaus dazu, dass sich die Leistbarkeit vieler Finanzierungen spürbar verbessert hat. Das Vertrauen in die langfristige Finanzierbarkeit steigt – und damit auch die Bereitschaft zu investieren.“

Bei Gewerbeimmobilien, die nun im Fokus der Finanzmarktaufsicht stehen, sieht er die Lage wieder entspannt, weitere Verschärfungen seien daher kontraproduktiv. Von den 64 Raiffeisenbanken im Bundesland hätte es bei weniger als zehn größere Probleme mit Krediten gegeben, doch nun sei alles wieder auf Schiene.

Die gesamten Kreditausfälle auf Konzernebene gingen von 6,3 auf 5,6 Prozent zurück, die entsprechenden Risikovorsorgen konnten um 19 Millionen auf 156,5 Mio. Euro gesenkt werden.

Für heuer hat der RLB-Boss „keine negative Grundstimmung“, solange der Ölpreis nicht dauerhaft über 100 Dollar bleibt. Kurzfristig sei die Lage "etwas getrübt, aber bei einer Entspannung in den nächsten drei Wochen sei ein BIP-Wachstum von einem Prozent möglich. 

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