Preise für Flugreisen heben ab
Die Experten von Austrian Airlines erklären, warum man beim Start die Lichter dimmt oder immer noch Aschenbecher im Flugzeug hat. (Symbolbild)
Der Ölpreisschock infolge des Iran-Konflikts traf die Reisebranche mit voller Wucht. Auch wenn es inzwischen Entwarnung bezüglich der Kerosin-Versorgung gibt, die kurzfristigen Engpässe sorgten für Preissprünge bei Airlines und Reiseveranstalter.
Die Preise für Flugtickets setzten ihren Anstieg im Mai auch im Juni fort und verteuerten sich im Jahresabstand um 22,4 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat wurden Pauschalreisen um 12 Prozent und Übernachtungen im Ausland um 19,5 Prozent teurer.
Überdurchschnittlich stiegen im Juni auch die Preise für Dienstleistungen. In der Gastronomie und Hotellerie gab es im Juni ein Plus von 4,5 Prozent. Die Preise für stationäre Gesundheitsdienstleistungen legten um 4,9 Prozent zu, jene für ambulante Gesundheitsdienstleistungen erhöhten sich um 7,4 Prozent.
Insgesamt schwächte sich die Inflation wie schon in der Schnellschätzung Anfang des Monats bekannt gegeben von 3,7 im Mai auf 3,2 Prozent ab. Hauptverantwortlich für diesen Rückgang waren die Treibstoffpreise, die um 16,3 Prozent stiegen, nachdem sie im Mai noch um 26,5 Prozent zugelegt hatten.
Auch der Strom war im Juni ein Inflationsdämpfer, die Preise gingen um 10,2 Prozent zurück, wobei sich hier die Einführung eines Sozialtarifs und des neuen Sommer-Netztarifs ausgewirkt haben dürfte. Stabil blieben die Preise für Nahrungsmittel, die Mehrwertsteuersenkung auf bestimmte Grundnahrungsmittel wird sich erst in der Juli-Inflation zeigen.
Tanken wieder teurer
Trotz Mehrwertsteuersenkung rechnet Wifo-Ökonom Josef Baumgartner im Juli wieder mit einer höheren Inflation. Grund sind die Spritpreise, die aufgrund des wieder aufgeflammten Iran-Kriegs bereits wieder deutlich gestiegen sind.
Diesel lag zuletzt wieder bei über 1,90 Euro je Liter, und damit deutlich über dem Niveau des Vormonats. Benzin kostete am Freitag im Schnitt 1,86 Euro. Die weitere Entwicklung hänge laut Baumgartner vor allem davon ab, wie der Krieg im Iran weitergehe, ob erneut Friedensverhandlungen geführt würden und ob dann ein nachhaltiger Frieden zustande komme. Entscheidend sei auch, wie viel der Öl- und Gasinfrastruktur in der Region bei Angriffen zerstört werde. Bei den Spritpreisen rechnet Baumgartner jedoch vorerst damit, dass die im März erreichten 2,25 Euro je Liter die Obergrenze waren.
Auch die Inflation in der Eurozone hat sich im Juni abgeschwächt. Im Jahresvergleich stiegen die Verbraucherpreise um 2,8 Prozent, Im Mai lag die Inflationsrate bei 3,2 Prozent. Die niedrigste Inflation verzeichnete Schweden mit 1 Prozent, auch Tschechien und Dänemark blieben unter 2 Prozent. Deutschland lag bei 2,4 Prozent. Die höchste Inflation verzeichnete Rumänien mit 9,2 Prozent. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt mittelfristig eine Jahresteuerung von 2 Prozent an. Kommenden Donnerstag findet die nächste Zinssitzung der EZB an. Nachdem sie im Juni die Leitzinsen wegen des Energiepreisschocks um 25 Basispunkte angehoben hat, rechnen Analysten jetzt eher mit einer Zinspause.
Kommentare