Lamborghini ist nur eine von mehreren Luxusmarken, die Ferdinand Piëch in den Konzern integriert hat.

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Wirtschaft
08/27/2019

Piëch hinterlässt als Vermächtnis einen Weltkonzern

Ferdinand Piëch machte aus dem Sanierungsfall einen der größten Automobilhersteller der Welt.

von Thomas Pressberger

Ohne Ferdinand Piëch gäbe es VW heute möglicherweise nicht mehr. Darüber sind sich viele in der Autobranche einig, und das zeigt das Ausmaß des Vermächtnisses, das der gebürtige Wiener hinterlässt. 22 Jahre saß er bei Volkswagen am Steuer. Unter seiner Führung wurde VW vom Sorgenkind zum Weltkonzern.

1993 übernahm der Enkel des „Käfer“-Konstrukteurs Ferdinand Porsche den Vorstandsvorsitz und wurde 2002 zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats. Das blieb er bis 2015, als er die Machtprobe mit dem damaligen Vorstandschef Martin Winterkorn suchte und verlor.

Dominanter Manager

„Er hat VW als Sanierungsfall übernommen und in einem sehr langwierigen Prozess nach oben geführt. Das lässt sich gar nicht genug würdigen“, sagt Branchenexperte Stefan Bratzel vom Centerof Automotive Management (CAM). „Das Unternehmen stand damals mit dem Rücken zur Wand, es gab kaum Rendite, und keiner wusste, wie man wieder in die schwarzen Zahlen kommt.“

Als Piëch bei VW einstieg, drohten Massenentlassungen. Betriebsratschef Bernd Osterloh sagte daher am Dienstag, die Belegschaft danke Piëch für seinen Anteil an der Einführung der Vier-Tage-Woche und der damit verbundenen Rettung Zehntausender Arbeitsplätze. Volkswagen war in dieser Zeit ohne den Namen Piëch kaum vorstellbar. Zu dominant war der Manager. Aber auch zu autoritär sein Führungsstil. „Mein Harmoniebedürfnis ist begrenzt“, schrieb Piëch in seiner Autobiografie. 2012 hievte er sogar seine Frau Ursula in den VW-Aufsichtsrat.

Rückzug nach Machtkampf

Ferdinand Piëch spielte bei VW und Porsche zuletzt keine Rolle mehr. 2017 verkaufte er für rund 1,1 Milliarden Euro den Großteil seiner Porsche-Stammaktien an die Familie, einige Monate später legte er sein Porsche-Aufsichtsratsmandat nieder – seither hatte er nichts mehr mit der Holding zu tun und sehr zurückgezogen gelebt.

Dem Ausstieg vorausgegangen war die Auseinandersetzung mit Winterkorn. Im April 2015 sagte Piëch, er sei „auf Distanz“ zu seinem einstigen Vertrauten. Doch mithilfe einer Allianz aus dem Land Niedersachsen und dem mächtigen Betriebsrat setzte sich Winterkorn in dem Machtkampf durch. Piëch musste seinen Platz räumen.

Bei Volkswagen blieb danach kaum ein Stein auf dem anderen, auch wegen des Dieselskandals. Ein „Kulturwandel“ wurde ausgerufen: weniger Zentralismus, mehr Verantwortung für die einzelnen Manager, mehr interne Kritik. Die Mitarbeiter sollten nicht mehr zittern vor einem Patriarchen wie Piëch.

Breit aufgestellt

Die Familien Porsche und Piëch halten 100 Prozent an der Porsche  Automobil Holding SE, die mit 53,1 Prozent an der Volkswagen AG beteiligt. Weitere Beteiligte an der Volkswagen AG sind das Bundesland Niedersachsen mit 20 Prozent und das Emirat Katar mit 17 Prozent, der Rest befindet sich in Streubesitz.

Zu den wichtigsten Marken zählen neben VW und Porsche unter anderem Skoda, Seat, Audi und VW Nutzfahrzeuge. Auch  renommierte Automarken wie Bentley, Lamborghini, Bugatti und die italienische Motorradmarke Ducati gehören dem Konzern
 mit Sitz im deutschen Wolfsburg.

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