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Wirtschaft
11/28/2019

Pflegeberufe: Gewerkschaft fordert erneut 35-Stunden-Woche

Kollektivvertrags-Verhandlungen für rund 125.000 Beschäftigte in Gesundheits- und Sozialberufen starten am Freitag.

von Anita Staudacher

Am Freitag beginnen die Kollektivvertrags-Verhandlungen für rund 125.000 Beschäftigte im privaten Gesundheits- und Sozialbereich. Rund 70 Prozent der Beschäftigten sind Frauen, die Teilzeitquote liegt ebenfalls bei 70 Prozent. Um die Arbeitsbedingungen im Pflegebereich zu verbessern und den Stundenlohn zu erhöhen, fordert die Gewerkschaft wie schon im Vorjahr die Einführung einer 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich.

Eine solche Verkürzung der Arbeitszeit bedeute eine geringere Berechnungsbasis und damit automatisch eine Erhöhung des Stundenlohns, sagt Eva Scherz, Chefverhandlerin der Gewerkschaft GPA-djp. Teilzeitbeschäftigte würden bei der Einführung einer 35-Stunden-Woche 8,6 Prozent mehr Lohn und Gehalt bekommen, Vollzeitbeschäftigte wiederum hätten mehr als 18 Tage mehr Freizeit im Jahr. "Wer Menschen im Pflegeberuf will, der muss den Beruf attraktivieren. Eine 35-Stunden-Woche kann eine solche Attraktivierung sein", so Scherz.

Im Vorjahr abgeblitzt

Im Vorjahr ist die Gewerkschaft mit ihrer Forderung nach einer 35-Stunden-Woche bei den Arbeitgebern abgeblitzt. Diese verwiesen auf die Unfinanzierbarkeit der Forderung. Nach zähen Verhandlungen und Warnstreiks einigten sich die Sozialpartner erst nach der fünften Verhandlungsrunde auf eine Gehaltserhöhung von 3,2 Prozent sowie 100 Euro mehr für die Lehrlinge.

Statt der geforderten Arbeitszeitverkürzung und einer sechsten Urlaubswoche gab es einen zusätzlichen Urlaubstag ab zwei Jahren Betriebszugehörigkeit. Darüber hinaus wurden einige arbeitsrechtliche Vorteile für die Arbeitnehmer vereinbart, etwa bei den geteilten Diensten.

Das Problem bei den Gesundheits- und Sozialberufen ist, dass rund zwei Drittel der finanziellen Mittel von der öffentlichen Hand kommen. Daher müsste eigentlich auch die Politik mit am Verhandlungstisch sitzen. Der Kollektivvertrag gilt für mehr als 450 Mitgliedsorganisationen in der Sozialwirtschaft Österreich. Er straht aber auch auf die anderen Kollektivverrträge im Sozialbereich wie jenen der Caritas, Diakonie oder Rotes Kreuz aus.

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