Wirtschaft 07.02.2017

Palfinger will mit Apps und Sharing-Modellen abheben

© Bild: APA/ROLAND SCHLAGER

Palfinger macht mehr Umsatz und Gewinn. Die Auftragsbücher sind voll.

Von wegen Old Economy: Auch der Kranhersteller Palfinger beschäftigt sich mit Apps und der viel zitierten Sharing Economy: "Der Kran wird zum Roboter. Alles, was automatisiert werden kann, wird auch automatisiert", ist Palfinger-Vorstand Martin Zehnder überzeugt. Wo heute noch drei, vier Handgriffe nötig sind, werde bald ein Computer die Steuerung übernehmen und für effizientere und sicherere Abläufe sorgen. Gleichzeitig werden immer weniger Firmen einen solchen Kran besitzen wollen. "Die Sharing-Economy kommt auch bei uns an, die Kunden werden Kräne nicht mehr besitzen, sondern nutzen wollen."

Um den Zug der Zeit nicht zu verschlafen, setzt Palfinger verstärkt Partnerschaften – mit Lkw-Bauern ebenso wie mit Start-ups. Smarte Systeme sollen melden, wann Verschleißkomponenten für Lkw und Kräne ausgetauscht werden müssen und ob diese vor Ort lagern, nennt Zehnder nur ein Beispiel. "Die Konkurrenten von morgen werden andere sein als jene heute", ist er überzeugt.

Starke Bilanz

Mit der Bilanz 2016 steht der Salzburger Kranhersteller jedenfalls gut da. Der Konzernumsatz legte das siebente Jahr in Folge zu – im Vorjahr um 10,3 Prozent auf 1,36 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) stieg um 1,6 Prozent auf 106 Millionen Euro. Bereinigt um Restrukturierungskosten gab es ein Ebit-Plus von 9,1 Prozent auf 123,7 Millionen Euro. Im Vorjahr hat der Konzern seine bisher größte Akquisition gestemmt. Mit der norwegischen Herkules Harding Holding AS wurde ein Umsatz von 140 Millionen Euro übernommen.

Während vor zehn Jahren noch hundert Prozent des Umsatzes in Europa generiert wurden, kommt heute bereits ein Anteil von 23 Prozent aus den USA und weitere 20 Prozent aus der Region Asia/Pazifik. Palfinger setzt im Auslandsgeschäft auf lokale Wertschöpfung, produziert also Ort. Davon profitiert der Konzern in Zeiten von Trump und den Russland-Sanktionen. "Aus politischer Sicht bin ich ein absoluter Fan von Freihandel. Wirtschaftlich gesehen kommt uns die Abschottung zugute", sagt Vorstandschef Herbert Ortner.

Die Auftragsbücher für heuer seien voll. Die Dividende soll konstant bei 57 Cent je Aktie bleiben.

( kurier.at ) Erstellt am 07.02.2017